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Den PM Film "Tödliche Wette" kann man als Geburt des kanadischen Kampfsportlers Jeff Wincott bezeichnen. Schlug er sich vorher mit Cameos in Serien durch, so erhielt er von den Produzenten Joseph Merhi und Richard Pepin die Chance sich zu präsentieren, mit großem Erfolg, wie ich finde. Noch im selben Jahr drehte Wincott "Martial Law II, III" und katapultierte sich damit in die Oberliga des B-Actionfilms. Nicht nur weil er ein begnadeter Fighter ist, konnte er auf dem Actionsektor einige Erfolge verbuchen, sondern weil er auch das nötige Potential als Schauspieler mitbringt. Schon in seiner ersten Hauptrolle überzeugt er als der spielsüchtige Angelo, der mit seiner Freundin Isabella (Charlene Tilton) nach Colorado auswandern will. Dafür haben die Beiden gespart, doch Angelo platziert eine letzte Wette und zwar auf sich selbst. Er tritt gegen den Champion Ricco (Steven Vincent Leigh) an und verliert. Leider hat Angelo auch seine Freundin verwettet.
Mit der Story gewinnt Joseph Merhi keine Blumentöpfe. Es ist alles wie gehabt. Erst sinkt Angelo richtig tief, bevor es wieder aufwärts geht, bis hin zum vorprgrammierten Happy End. Natürlich versucht Angelo zwischendrin auch ein paarmal seine Flamme Isabella zurückzugewinnen, was das Erzähltempo ein wenig ausbremst. Auf Überraschungen muss man ganz verzichten, doch ein solides Maß an Spannung kann man dem Film nicht absprechen. Auch Jeff Wincott bringt seine Rolle sehr glaubwürdig rüber, so dass man mit seinem Charakter bangt, was wohl als nächstes schiefgeht. Seine Freundin, das ganze Geld, alles ist futsch, Angelo muss sogar bei einem Gangster arbeiten, um seine Schulden zu tilgen.
Ein großer Gewinn für "Tödliche Wette" ist ganz besonders Regisseur Richard W. Munchkin (Ring of Fire, Out for Blood). Seine Inszenierung fällt doch sehr hochwertig aus, so bildet er mit Kameramann Richard Pepin ein tolles Duo. Mit Profichoreograph Eric Lee ist die Rige voll, um einen gelungenen B-Actionfilm zu kreieren. Und Lee hat hier eine seiner Bestleistungen abgeliefert, denn die harten Nahkämpfe haben es in sich. Viele verschiedene Kampfstile, sorgen für stets spektakuläre Kloppereien, ob im Ring oder ausserhalb. Jeder Kampf ist verschieden, so wirken die vielen Kämpfe nie monoton. Aber man hat auch einige Profis um sich versammelt. Jeff Wincott teilt hier furios aus, unverständlich bleibt nur seine schlechte Leistung im ersten Kampf gegen Ricco. Klar, er muss verlieren, aber nachfolgend hat Angelo auf einmal viel mehr auf dem Kasten. Am Anfang gegen Ricco kämpft er jedoch wie ein Amateur. Gary Daniels darf sich einen Fight leisten, sowie Leo Lee und Steven Vincent Leigh gibt einen würdigen Endgegner ab. Der Finalkampf geht wirklich lange. Doch Angelo muss sich nicht nur im Ring kloppen, eine Kneipenschlägerei darf da nicht fehlen. Von Schusswaffen wird kaum Gebrauch gemacht, dies ist ein reiner Kampfsportfilm, in dem wirklich alle zwei Minuten Jemandem die Kauleiste poliert wird.
Die Kulissen fallen leider PM typisch aus. Das leuchtende Las Vegas bei Nacht sieht zwar schick aus, aber die Einblicke in Casinos fallen jetzt nicht sonderlich edel aus. Gerne treibt man sich auch in Bars, Hinterzimmern, oder eher kargen Arenen herum. Doch bei Louis Fébre konnte die Musikuntermalung immerhin nicht schiefgehen. Nicht nur mit rockigen oder fetzigen Melodien untermalt er das Geschehen, sondern er hat auch rein instrumentale Sounds für die einfühlsameren Szenen parat.

Jeff Wincott gibt einen beachtlichen Einstand bei PM. In "Tödliche Wette" lässt Munchkin die Fäuste sprechen, die Story ist da eher Nebensache. Dafür wird einem ein spektakuläres Schlag und Trittballet serviert, das zu keiner Zeit langweilt. Auch weil die Darsteller auf überdurchschnittlichem Niveau agieren und besonders Wincott seine Loserrolle sehr glaubwürdig dabringt. Ein Kampfsportfilm, der sich vom sonstigen PM Brei sofort abhebt.

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