Was, wenn das außerirdische Baby, das von einem amerikanischen Farmerpaar adoptiert wurde, sich nicht zum Weltenretter Superman entwickelt hätte, sondern zum genauen Gegenteil? Die Idee vom „Evil Superman“ ist eigentlich so naheliegend, dass es verwundert, dass sie jetzt erst umgesetzt wurde. Bedauerlich, dass daraus so ein einfallsloser und belangloser Film wurde.
Der u. a. von James Gunn vermutlich als Familiengefallen (das Skript stammt von Bruder und Cousin) produzierte BRIGHTBURN zeigt exakt das, was man von so einer Geschichte erwarten kann, gibt sich aber keinerlei Mühe einer glaubhaften Charakterisierung seiner Figuren oder einer Nachvollziehbarkeit ihres Verhaltens.
Brandons (sic) Mutter (sympathisch wie immer, aber zu schade für den Film: Elizabeth Banks) schöpft keinerlei Verdacht, selbst als sie ihren Sohn im Schwebezustand sieht und sich die merkwürdigen „Unfälle“ in der Nachbarschaft häufen? Und warum muss ein Junge mit Superkräften seine Opfer erst umständlich terrorisieren wie in einem billigen Slasher, bevor er sie umbringt? Klar: Weil es im Drehbuch steht und im Film besser kommt. Nur Sinn macht das Ganze nicht.
Im Showdown gelingen dann doch noch ein paar gute Momente und der Abspann mit einem Cameo von Michael Rooker versöhnt einen schon fast wieder. Aber nur fast.