Review

*** Spoilerwarnung ***

Die Ankunftsgeschichte Supermans ist wohlbekannt. Aus dem All in einer Raumkapsel auf der Erde gelandet, wird er von einem kinderlosen Ehepaar auf einer Farm in Kansas großgezogen. Regisseur David Yarovesky lässt hier den kleinen Alien jedoch nicht zu einem der Menschheit wohlgesonnenen Helden heranwachsen. So ab seinem 12. Geburtstag entwickelt der junge Brandon Breyer eher eine Neigung in die entgegengesetzte Richtung.

Um es vorwegzunehmen - „Brightburn“ kommt mit einer interessanten Prämisse, aber mit einer nur mediokren Umsetzung daher. Hierbei bedient man sich allerlei bekannter Versatzstücke aus dem Horrorbaukasten. Flackerndes Licht, die plötzlich auftauchende und nach kurzem Blickverlust schon wieder verschwunde Figur und Jumpscares, die sich per Einschreiben ankündigen. Diese Vorhersehbarkeit schadet der Atmosphäre und beraubt dem Film jedweder Spannung. Da können auch die okayen Effekte und die knackige Inszenierung leider nicht mehr viel retten.
Die Darsteller und -innen, mit Elizabeth Banks halbwegs prominent vertreten, werden vom Drehbuch ausgebremst. Hier zeigt die knappe Laufzeit ihre Schwäche, denn man nimmt sich keine Zeit für eine ausreichende Charakterentwicklung, was gerade im Hinblick auf Brandon dem Streifen mehr Tiefe verliehen und das ganze Konstrukt vielleicht auch emotional weiter nach vorne gebracht hätte.

Immerhin lässt aber die kurze Spielzeit keinen Leerlauf zu. Dafür läuft die Handlung per Malen nach Zahlen ab. Manche Handlungsstränge werden sogar einfach fallengelassen. Das Mädchen, das er stalkt, dient letztlich nur als Aufhänger für den Mord an ihrer Mutter und taucht einfach nicht mehr in der Geschichte auf. Der Abspann deutet eine mögliche Weiterführung an und Michael Rooker verschwört sich in einem Cameo noch was zusammen. Letzteres war dann immerhin noch eine nette Idee.

„Brightburn“, quasi ein Gunn - Familienprojekt, kommt nicht über das Mittelmaß hinaus und das trotz der interessanten Variation der Superman-Geschichte. Blasse Figuren, ein vorhersehbare Ablauf und das Abklappern der Ideen aus dem Horrorfilmbaukasten machen ihn ob der kurzen Laufzeit und der netten Effekte zwar anseh- aber ebenso vergessbar.

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