Es dürfte ein eingeschworener Damenclub sein, dem Regieneuling Jennifer Phillips angehört, denn die Fabelbewertung auf IMDb von momentan 8,1 Durchschnitt bei 930 Bewertungen geht klar auf die weibliche Wählerschaft zurück, die alle mindestens 7 vergeben haben. Bezeichnenderweise erhält er von den Top 1000 Votern eine 2,8. Schade, dass jemand mit so wenig Selbstvertrauen ins Filmgeschäft einsteigt.
Als Ashley (Alyx Melone) in Singapur eine Fehlgeburt erleidet, kehren sie und ihr Mann Bill (Biden Hall) mit der indonesischen Haushälterin Siti (Cynthia Lee MacQuarrie) nach Minnesota zurück. Ashleys Kinderwunsch ist so enorm, dass sie Siti um Rat fragt, welche scheinbar etwas mit schwarzer Magie am Hut hat. Kurz darauf ist Ashleys Schwangerschaftstest positiv…
Die Großbaustelle um Phillips ist unübersehbar: Der überwiegende Teil der Handlung spielt sich im austauschbaren Haus ab, es gibt einen kleinen Club und einmal einen Krankenhausflur. So spricht Bill ständig von irgendwelchen Meetings, zu sehen ist er jedoch ausschließlich in einer Bar mit zwei Kumpels. Viele Dialoge entfalten sich als plump, während Kontraste wahllos wechseln, - offensichtlich war auch die Post-Produktion maßlos überfordert.
Und dann die Dämonenkindklischees. Flüsterstimmen gehören ja irgendwie dazu, aber ein bleiches Mädchen im roten Kleid? Die Tatsache, dass sich Siti nahezu sämtlichen Anwesenden gegenüber anschleicht und plötzlich vor oder hinter denen steht, mutiert beinahe zum Running Gag und letztlich kommt er angekullert: Der rote Ball!
Drei, vier Effekte, die mal gerade nicht vom unheilvollen Score gespoilert werden, sind immerhin tauglich.
Das Ganze basiert natürlich auf wahren Begebenheiten und zum Schutz der Originale wurden die Namen getauscht. Einfallsreich. Doch warum nimmt man sich einer Geschichte an, deren Figuren fast durch die Bank unsympathisch sind? Schlimmer noch. Einzig die nicht allzu redselige Siti, die in Ansätzen Empathie schürt, wird von den übrigen Figuren mit rassistischen Tendenzen überschüttet, - da will man gar nicht wissen, welchem Damenclub Madame Philipps zugehörig sein könnte.
Dem teils amateurhaften Niveau fügen sich die Mimen nahtlos ein. Entweder man frönt dem Overacting oder performt völlig hölzern, speziell die beiden Hauptdarsteller unterbieten sich in einigen Szenen gegenseitig. Bezeichnenderweise legt Cynthia Lee MacQuarrie als Siti noch die beste Performance hin, weil ihr nebulös erscheinender Charakter bis ziemlich zuletzt nicht so recht einzuordnen ist.
Gerade noch die Kurve gekriegt, könnte man meinen, als ein finaler Twist eingebaut wird. Doch der wirkt wiederum dran geklatscht und ist auch schon mal da gewesen. Der Versuch war es wert. Genauso wie ein unheimliches Paar am Straßenrand zu zeigen, welches mit der eigentlichen Handlung rein gar nichts zu tun hat. Oder Mutter, die kurz vor zwölf plötzlich alle Zusammenhänge zu erkennen scheint, obgleich sie noch eine Minute zuvor nicht an Übersinnliches glaubte.
Bis sich Jennifer Phillips in die Riege von Sofia Coppola, Caroline Link und Kathryn Bigelow…Moment, der Osterhase läutet…
2,5 von 10