Endlich neuer Stoff von "Kids"-Macher Larry Clark. "Ken Park geht noch einen Schritt weiter als Kids", versprach das Cover. "Ich war gespannt.
Zur Story:
Der Teenager Ken Park tötet sich am Anfang des Films in einem Skatepark mit einem Kopfschuss selbst. Der Rest des Films schildert einen ganz normalen Tag im Leben seiner Freunde. Von Shawn, der neben seiner Freundin Hannah auch deren Mutter sexuell beglückt. Von Claude, der von seinem alkoholkranken Vater schikaniert und misshandelt wird. Von Peaches, die von ihrem allein erziehenden Vater streng religiös erzogen wird, aber gern ihre sexuelle Neugier ausleben möcht. Und von Tate, der bei seinen Großeltern lebt, leicht geistesgestört ist und masturbiert, wenn Frauentennis im TV läuft.
Larry Clark wollte unbedingt noch einen drauf setzen, um jeden Preis schockieren. Doch das geht voll und ganz auf Kosten des Films, denn die wirklich wichtigen Dinge verliert Clark aus den Augen. Die Story dümpelt vor sich hin, die Schauspieler können nicht wirklich überzeugen, die Charaktere sind platt und werden gefühllos vorgeführt.
Die sozialen Missstände, auf die Clark hier aufmerksam machen will, kennen wir bereits aus anderen Filmen, aus den Nachrichten, oder aus der Nachbarschaft. Etwas Neues wird hier nicht geboten.
Da die Geschichte an und für sich nicht wirklich schocken kann, muss Clark eben auf etwas anderes zurückgreifen. Und so stellt er immer wieder explizit Sexszenen dar. Von Masturbation über Oralsex bis hin zu Geschlechtsverkehr wird alles geboten. Somit weiß der Film nicht, was er sein will: Sozialkritik oder Hardcore-Streifen. Fakt ist aber, dass diese überdeutliche Sexdarstellung überflüssig ist und nur dem Selbstzweck dient. Vielleicht hätte der Film sogar besser funktioniert, wenn man auf die extremen Einstellungen verzichtet, und weniger gezeigt hätte. So allerdings, müsste man eigentlich überlegen, ob der Film nicht in die Pornoecke der Videotheken gehört.
Wie schon gesagt, sind die Schauspieler eher durchschnittlich, mit einer Ausnahme: Wade Williams, der Claudes alkoholkranken Vater spielt. Seine Figur kommt wirklich gut rüber, als Zuschauer entwickelt man eine gewisse Antipathie . Man kauft ihm diesen oberflächlichen, arbeitslosen, saufenden Typ wirklich ab.
Fazit:
Ken Park will viel, schafft aber wenig. Zwischen Drama und Porno angesiedelt, bleibt der Film jedoch sehr flach. Die Schockwirkung hält sich in Grenzen und über die Hardcore-Szenen kann man nur den Kopf schütteln.
Die überwiegend schlechten Darsteller und die abgegriffene Story bauen zum Zuschauer eine Distanz auf. So erreicht Ken Park zu keiner Zeit die milieuhafte Nähe, die Kids zu jeder Minute ausstrahlte. Nein, von diesem Film ist abzuraten.
3 von 15 Punkten