Review

Wie ich es schon öfters erwähnt habe, gebe ich nur in äußersten Notfällen das Punkteminimum. Als ich „Ken Park“ vor einiger Zeit sah, entschloss ich mich jedoch ohne zu zögern diesen Film in meine „Hall of Shame“ aufzunehmen. In der Folgezeit habe ich mir einige positive Reviews von Usern (die ich sehr schätze) durchgelesen. So gutmütig wie ich bin, kam ich auf den Gedanken, Larry Clarks Film noch eine letzte Chance zu geben. Heute ist es also passiert und mein Fazit fällt noch vernichtender aus als damals. Ich verweigere „Ken Park“ jede Bewertung, denn ich musste bedauerlicherweise feststellen, dass ich den Film abgrundtief hasse.


Wenn man in Bezug auf Filme von „Hass“ sprechen muss, nehmen es die Leute meistens als sehr unsachlich, plakativ oder reißerisch wahr. Bis zum jetzigen Zeitpunkt dachte ich, dass es solch eine Gefühlsentwicklung meinerseits in Reaktion auf einen Zelluloidstreifen nicht geben könnte. Sicherlich existieren da draußen viele Filme und auch ganze Genres, die ich kritisch betrachte: Angefangen mit diversen Michael Bay Produktion bis hin zu Real-Gore Mondos. Von keinem dieser Werke bekam ich auch nur annähernd soviel „plaque“, wie man es im Jargon so schön sagt, als bei der Betrachtung dieses widerlichen Filmchens „Ken Park“. Ich werde in dieser Rezension mit großer Mühe versuchen die objektive Filmbesprechung nicht aus den Augen zu verlieren. Es könnte jedoch vorkommen, dass ich gelegentlich einige Kraftausdrücke verwende, um meinem Zorn ein Ventil zu verschaffen. Diese Ausbrüche richten sich ausschließlich gegen die im Film dargestellten Charaktere und nicht gegen reale Personen.


Larry Clark unternimmt in "Ken Park" den Versuch, das Leben einer Teenager-Klicke im sonnigen Kalifornien schemenhaft nachzuzeichnen. Dabei geht er so vor, dass er dem Zuschauer keinerlei psychologische Anhaltpunkte, Problemlösungen oder sonstige Rechtfertigungen der Taten seiner Protagonisten liefern möchte. Das Grauen soll seinen Nährboden in der alltäglichen Banalität finden und nicht in psychologisch nachvollziehbaren Motiven. Das klingt jetzt an erster Stelle gar nicht mal so uninteressant, da viele „Auteurs“ die gleiche Entscheidung treffen, um ihre Geschichte visuell umzusetzen und um sich fernab von den Darstellungsmethoden Hollywoods zu positionieren. (Wobei ich mich an dieser Stelle selbstverständlich davor hüte unseren perversen Onkel Larry als ehrenvollen „Auteur“ zu bezeichnen.)
Diese Vorgehensweise impliziert generell, dass man dem Zuschauer einen ungetrübten Blick auf die Realität erlauben möchte, was in Zeiten der Massenmediatisierung ja ein löbliches Anliegen ist, da sich unser Auge durch den alltäglichen Medienkonsum immer weiter verfremdet. Doch die Ereignisse und Erzählungen in „Ken Park“ spiegeln in keinster Weise mögliche Gegebenheiten wieder, die sich hinter den Kulissen eines amerikanischen Vororts abspielen. Vielmehr scheint der Film das Werk eines ekligen, alternden Päderasten zu sein, der seine eigenen schmutzigen Fantasien als Wahrheit verkaufen möchte.


Der Film „Ken Park“ wird episodenhaft erzählt. Dabei wirkt jede Geschichte jedes einzelnen Teenagers zutiefst unglaubwürdig. Am Anfang der Erzählung steht ein kleiner Rotschopf namens Ken Park, der sich aus einem völlig nichtigen Grund dazu entschließt sein Spatzenhirn mithilfe einer dicken Wumme aus seinem Schädel zu entfernen. In der Folgezeit wird „Leuchtturm-Larry Clarke“ (Achtung Ironie), mit seinem scheinbar unerschöpflichen Wissensstand über die Jugend von heute versuchen, das Leben der verbleibenden Klicke von Hornochsen dem Zuschauer zu vermitteln. Zum einen wäre da die gepiercte Pickel-Visage Shawn, der der Mutter seiner Freundin gerne mal den Kitzler mithilfe seiner Zunge befeuchtet. Alles völlig normal im Universum von „Leuchtturm-Larry“! Die richtige scharfe Alte, die aussieht wie eine Mid-Zwanzigerin verführt den sexuell unerfahren Freund der Tochter, um ihm danach zu sagen, dass ihre Tochter ihn liebt und sie ein schönes Paar bilden würden.
Dann gibt es noch den jungen Tate, der bei seinen Großeltern wohnt und durch ziemlich psychotisches Verhalten auffällt. Er kann sich beispielsweise nur einen „von der Palme wedeln“, wenn er sich dabei mithilfe eines Tuches selber würgt. Die Masturbationsszene dieses dürren Klappergestells wird von „Leuchtturm-Larry“ hemmungslos offen gezeigt. So muss man sich als Zuschauer ansehen, wie ein psychisch verwirrter Vollpfosten seinen haarigen Intimbereich knetet und anschließend ejakuliert. Toll! (Anmerkung: Wie bereits ein anderen User festgestellt hat, scheinen sich die Darsteller wohl keine ordentlichen Unterhosen leisten zu können, allesamt tragen sie unästhetische „Liebestöter“. Es könnte sich hierbei um einen weiteren Beweis handeln, dass Larry Clark Armut schonungslos ausnutzt, um den Cast für seine Filme zusammenzustellen (Achtung Ironie, bitte nicht so ernst nehmen) ).


Generell scheinen die Jungs und Mädels aus Larrys Filmen an einem Schönheitsdefizit zu leiden. Erneut solltet ihr mich an dieser Stelle nicht falsch verstehen liebe Leser. Es kann durchaus sein, dass die jungen Schauspieler in Wirklichkeit richtig charmante Personen sind und man mit ihnen auch mal ein kühles Pils trinken gehen kann. Ich beziehe mich jedoch ausschließlich auf die unästhetisch inszenierten Körper!

Das nächste irre Kleinkind „Peaches“ (Mädchen) stellt ebenfalls keine Ausnahme dar, obwohl ihre Schönheit von ihrem religiös-fanatischen Vater an mehreren Stellen des Films betont wird. Vielleicht habe ich auch einfach meine Brille vergessen, oder sollte doch mal vor meinen nächsten Larry Clarke Film (wird es nicht geben) etwas Klebstoff schnüffeln, um meine Wahrnehmung zu trüben. Auch die Geschichte von Peaches kann man nicht als glaubwürdig bezeichnen. Die junge Dame wird von ihrem dominanten Vater für ihr ausschweifendes sexuelles Verhalten geschlagen. Aufgrund der jahrelangen Restriktionen steht sie ganz besonders auf Fesselspiele und darauf, sich von hinten besteigen zu lassen und gleichzeitig an einer andere Fleischwurst zu kauen. Gegen Ende zwingt der Vater das junge Mädchen ihn zu heiraten. Alles verstanden? So etwas passiert doch wirklich jeden Tag und ist omnipräsent in amerikanischen Kleinstädten! Ich könnt Onkel Larry ruhig glauben, er weiß über die Jungend und über menschliches Verhalten viel mehr, als alle Psychologen und Soziologen dieser Welt!


Den Abschnitt über den Jungen, der seinen dümmlichen Vater verabscheut, möchte ich mir an dieser Stelle sparen, da ich auch diese Geschichte völlig belanglos finde. Einzig und allein auf das Rudelbumsen der Teenager-Klicke gegen Ende des Films möchte ich zurückkommen. Denn an dieser Stelle suggeriert der Film dem Zuschauer den "Ansatz" einer Lösung. Wie ich aber zu Beginn erwähnt habe, möchte Leuchtturm-Larry doch alle Lösungsansätze vermeiden! Wie ist es möglich dies nun zu vereinen? Nun, gegen Ende drängt sich bei mir der Verdacht auf, dass die hässlichen Kinder ihre Erlösung nur durchs ficken erhalten können. In keiner anderen Szene wirken die Charaktere so glücklich, wie in diesem Moment. Doch die Gespräche danach vermitteln weder philosophische noch soziologische Gedankenkonstrukte, sondern spiegeln einfach nur die uninteressanten Sehnsüchte unglaubwürdiger Charaktere wieder. Ich hoffe meinerseits, dass keiner ihre Wünsche jemals in Erfüllung gehen wird (haha, ich wende mich an nicht existierende Personen!)

Anmerkung: Nicht nur die Kinder sind in diesem Film völlig becknackt, auch die Eltern hätten eine langjährige Behandlung dringend nötig.

So, das war nun schon fast alles, was es über „Ken Park“ zu berichten gibt. Bedauerlicherweise besitze ich von diesem widerlichen Stück Dreck auch die „Kino Kontrovers“- DVD. Aber keine Sorge, sie wird meine Sammlung nicht mehr lange verunreinigen. Bevor ich mir „Ken Park“ wieder zu Gemüte führe, möchte ich lieber an einen Stuhl gefesselt werden und alle Michael Bay-Filme in Endlosschleife eingetrichtert bekommen. Ersatzweise könnte man mich auch unter Einsatz von Drogen dazu bringen, alle GZSZ-Folgen bis zum heutigen Tag am Stück zu sehen. Als Gegenleistung beantrage ich die Befreiung von den Hirnfürzen eines alten Mannes.


Ich verweigere „Ken Park“ jede offizielle OFDb-Bewertung. Er erhält von mir eine 0 Punkte. Nada, niente, nothing, zéro!


Ich hoffe inständig, dass diese Rezension erhalten bleibt. Außerdem glaube ich mit Fug und Recht behaupten zu können, dass ich niemals mehr einem Film 0 Punkte geben werde.

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