Review

"Once drawn by that merciles wind the fair youth of morning is at dusk naught but bones. In the end, all must die. Numberless are the sins committed on the way to death. For those sins, there may be punishment in the law. Some may slip through its net but the awareness of sin cannot be escaped. Religion imagines a world after death, dealing punishmend in place of the law. That world is Hell."

Der Student Shiro ist mit der Tochter seines Professors verlobt. Als sein eigenartiger Freund Tamura in der Nacht ein Yakuza-Mitglied überfährt, sitzt Shiro mit als Beifahrer und kann nicht verhindern, dass Tamura Fahrerflucht begeht. Die Mutter des Opfers kann noch das Kennzeichen erkennen, teilt es aber nicht der Polizei mit, sondern beginnt mit Yoko, der Geliebten des Opfers, einen Racheplan zu schmieden. Kurz darauf stirbt auch Shiros Verlobte, Yukiko, bei einem Autounfall. Geplagt von Schuldgefühlen sucht Shiro bei Yoko, die sich als Nachtclubtänzerin ihren Lohn verdient, Trost und beginnt mit ihr ein Verhältnis (beide in Unwissenheit darüber, wer der jeweilige Partner tatsächlich ist). Als Yoko rausfindet, dass das Kennzeichen auf Shiro registriert ist, ist Shiro schon weg. Er hat ein Telegramm bekommen, dass seine Mutter im Sterben liegt, deshalb reist er zu ihr. Dort angekommen stellt er fest, dass sein Vater sich schon längst eine jungere Frau angeschafft hat, die sich auch noch an Shiro ranmacht. Er trifft auch auf Sachiko, die Tochter eines Nachbars, die seiner früheren Verlobten zum Verwechseln ähnlich sieht. In der Zwischenzeit hat Yoko rausgefunden, wo sich Shiro befindet und reist ihm zusammen mit der Mutter des Yakuza nach. Auf einer Brücke stellt Yoko Shiro, bei einem darauffolgenden Kampf kommt Yoko beim Fall von der Brücke ums Leben. Und schließlich läuft alles aus dem Ruder und das Todesrad dreht sich schneller: Bei einem Fest wird den Mitbewohnern verdorbener Fisch serviert. Die Mutter des Yakuza vergiftet die Getränke. Die Geliebte von Shiros Vater stürzt tödlich. Die Eltern von Yukiko springen vor einen Zug. Und auch Shiro muss dran glauben. Ab dann beginnt für ihn die Tortur duch die acht Höllen.

Als Regisseuer ist Nobuo Nakagawa gut bekannt für seine klassischen immer gleichen Geisterfilme. "Jigoku" sollte man aber nicht in die selbe Kategorie stellen. Wiedermal bedient er sich Shigeru Amachi, der Shiro spielt. Er hat in zwei weiteren Nakagawa Filmen mitgewirkt. In "Ghost Story of Yatsua" spielt er einen hinterhältigen, gefühlsschwankenden Samurai, der für sein eigenes Wohlbefinden sogar seine eigene Frau und Kind umbringt. In "Lady Vampire" verkörpert er einen mondlichtscheuen Untoten, der sich seit Jahrhunderten mit Bluttrinken und Frauen über Wasser hält. In "Jigoku" hat er seinen Job gut gemacht. Glücklicherweise neigt er nicht allzu zum Overacting. Auch sonst empfand ich alle Schauspieler als gut besetzt.
Die obere Inhaltsangabe beschreibt nur die erste Stunde des Films. Die Handlung ist dabei eher konventionell. Tamura ist Shiros Schizophränie entsprungen ("Who is this guy Tamura? I know I don't like him. Can't I get away from him?") und der Vorfall mit der Fahrerflucht ist der Ausgangspunkt allen Übels. Unweigerlich werden alle mitgerissen und erleiden den Tod. Es kommt eine dunkle Atmosphäre auf, die vor allem durch die minimalistischen Kulissen und traurige Musik einen wirklich pessimistisch stimmen lässt. Und überhaupt, keiner der Charaktere scheint wirklich gutmütig zu sein. Alle sind sie hinterhältig und denken nur an ihr eigen Wohl.
Als Shiro in die Hölle kommt geht der Spaß richtig los. Nach dem buddhistischen Glauben gibt es acht Höllen, wobei diese wiederum in verschiedene Höllensysteme unterteilt sind. Die Darstellung der Qalen, die die Menschen dort erleiden müssen, ist je nach überlieferten Schriftzügen unterschiedlich. Sie müssen sie solange ertragen bis ihre Sünden abgearbeitet sind. Mal sind es spitze Metallspeere, die aus dem Boden kommen und die Füße durchbohren. Oder man wird zersägt, oder die Zähne werden einem mit einem Hammer ausgeschlagen... der Körper zersägt, wieder zum Leben erweckt und wieder zersägt. Die erwähnten Beispiele und noch mehr sind im Film natürlich alles einducksvoll zu sehen. Fest steht aber, dass die letzte Hölle die schlimmste ist. Hier muss Shiro für (fast) alle Ewigkeit seinem ungeborenen Kind nachrennen.
Meiner Meinung nach sind gerade die letzte halbe Stunde, das was den Film so sehenswert macht. Die Farben, die surrealen Szenen, die sich ohne erkennbaren Übergang hintereinander abspielen, sind wie aus einem Alptraum entsprungen. Sie sind beklemmend und scheinen eine Ewigkeit zu dauern.
Wenn der Film zu Ende ist, ist man froh noch am Leben zu sein.

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