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Für einen Laienschauspieler ist es durchaus möglich, anonym in einem Film mitzuwirken. Beispielsweise als maskierter Killer in einem Slasher, wie bei vorliegender Regiearbeit des Duos David B. Craig und Kirk Loudon. Black Lung, dessen Antlitz tatsächlich dem einer schwarzen Lunge ähnelt, sorgt allerdings zu selten für Schauwerte um die Überlänge von satten 112 Minuten zu rechtfertigen.

Trinidad, Colorado: Während Bardame Raven durch einen Alptraum auf den Einstieg zu einer ehemaligen Mine aufmerksam wird, spürt Trinker Hagerdy eine böse Präsenz in dem Örtchen. Kurz darauf ereignet sich der erste Mord, - einer von möglichen 13, denn ein Killer, halb Mensch, halb Monster ist auf Blutrache aus…

Ein paar charmante Eigenheiten lassen sich dem Machwerk günstiger Preisklasse nicht absprechen, wie den Bargehilfen, der eigentlich ein Austauschschüler aus Finnland ist oder einen warnenden Kleinwüchsigen mit Zwergenbart, der als ursprünglicher Ausgraber eine helfende Funktion unter Tage hatte. Auch das Zusammenspiel der wesentlichen Figuren funktioniert einigermaßen, obgleich die schwachen Mimen nicht gerade zur Elite Hollywoods zählen und die entsprechende Synchro auch nicht immer den richtigen Ton trifft.

Zwischen den zum Teil halbwegs blutigen Ableben ergeben sich allerdings zu viele Laufzeitstrecker und deutlich zu ausladende Dialogpassagen. Das Einkaufen eines potenziellen Opfers, einschließlich Mitsingen eines angeblichen Rocksongs aus den 80ern ist ohne Anwesenheit des Killers rein gar nicht spannend und das Vorgeplänkel für einen Heiratsantrag hätte man sich komplett schenken können. Auch das Abholen einer Phantombildzeichnerin aus ihrem Tattoostudio gerät, wie viele andere Szenen, unnötig und witzlos, während ein Flashback in einer Kohlemine tatsächlich zur Lachnummer gerät, da Farbfilter und eine schlichte Mauer bereits jenen Schauplatz suggerieren sollen.

Immerhin schlägt der Tunichtgut an verschiedenen Orten zu, was trotz des einfältigen Scores hin und wieder Atmosphäre schürt. Die Maskerade mit dunkelbraunem Latex, Fliegerbrille und leicht eckigem Mundraum ist zumindest einprägsam und praktischerweise führt er die wesentlichen Mordinstrumente wie Messer oder Spitzhacke stets bei sich. Leider kommen beim Finale einige überaus plumpe CGI ins Spiel, während sich die weitgehend handgemachten Gewalteinlagen mehrheitlich sehen lassen können.

Eine Straffung um einige Minuten hätte womöglich einen deutlich höheren Unterhaltungswert zutage gefördert, doch zwischendurch erlahmt das Unterfangen und man wartet eher ungeduldig auf das nächste Ableben. Ansonsten haften dem Streifen einige sympathische Eigenheiten an, zumal er sich nie übermäßig ernst nimmt, trotz oder gerade wegen des allenfalls zweckdienlichen Handwerks.
4,5 von 10

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