Die titelgebende Maria (Cristine Reyes) hat ein actionreiches Leben als Auftragskillerin hinter sich, doch mittlerweile ist sie seit 4 Jahren draußen und führt mit Tochter und Ehemann eine gutbürgerliche Existenz. Ihr seinerzeitiger Ausstieg (sie hatte sich geweigert, als Teil eines Hits auch ein Kind zu erschießen) brachte ihr nicht nur Freunde ein, doch da sie seitdem als tot gilt (selbst inszeniert), hat sie Gangsterboss Ricardo de la Vega (Freddie Webb) aus seinem Gedächtnis gestrichen. Der hat derzeit auch andere Sorgen, muß er doch in seinem Business Verräter erkennen und aussortieren, wobei ihm die Rivalität seiner beiden Capos Victor und Kaleb, die beide um den Vorsitz in der "Familie" kämpfen, am meisten Kopfzerbrechen bereitet.
Im Zuge einer örtlichen Wahlkampfveranstaltung, bei der sich Marias Ehemann für den Kandidaten engagiert, wird seine Gattin durch Ricardos Killer, die den Politiker eliminieren wollen, dann zufällig wiederentdeckt und sofort ins Visier genommen. Zwar kann sie entkommen, wobei sie ihre Nahkampffähigkeiten wieder demonstrieren kann, doch kurze Zeit später rücken Kaleb und seine Truppe bei ihr zuhause an, metzeln kurzerhand ihre Familie nieder und Maria ist gezwungen, wieder in ihren alten Job einzusteigen. Der ältere Kneipenbesitzer Greg (Ronnie Lazaro), ein von allen Seiten geachteter und respektierter früherer Kampf-Ausbildner, gewährt ihr kurzfristig Unterschlupf und stellt seiner ehemaligen Schülerin auch Waffen zur Verfügung. So begibt sich Maria unter ihrem früheren Pseudonym Lily wieder auf die Piste...
Der Exotenbonus, den die philippinische Produktion Maria anfangs noch genießt, ist schnell aufgebraucht, denn Regisseur Pedring Lopez´ Actioner erweist sich bald als im höchsten Maß generischer Abklatsch diverser artverwandter Hollywood-Streifen wie Kill Bill oder John Wick, der einem die Tränen in die Augen treibt: die unfehlbare Heroin des Films hat es hier allerdings statt mit tatsächlichen Gegnern mit einem Haufen Dummköpfen zu tun, deren Ränkespielchen um Einfluss beim Chef ihnen stets wichtiger sind als das Eliminieren dieser als Beste unter den Besten anerkannten Einzelkämpferin. So fällt es Maria/Lily nicht weiter schwer, die auf sie angesetzten bewaffneten Horden auszuschalten. Gähn! Eine Charakterentwicklung findet zu keiner Zeit statt, nähere Hintergründe zu den handelnden Figuren gibt es zwischen den reichlichen Kampfszenen auch nicht und so kann man zu keiner Zeit mit irgendeiner der Filmfiguren auch nur annähernd mitfiebern, während man auf das vorhersehbare Ende wartet. Ziemlich nervig ist auch der Umstand, daß Netflix den Streifen nur im Original-Ton streamt (woran nichts auszusetzen ist), die südostasischen Protagonisten aber ständig und grundlos zwischen philippino und englisch wechseln (wtf?) und die ohnehin nicht vielen Textpassagen daher ohne deutsche Untertitel kaum zu verstehen sind.
Kamera- und bildtechnisch ist das zwar alles schnörkellos abgefilmt, doch die vielen Headshots, Mündungsfeuer und Querschläger können ihre computergenerierte Herkunft kaum verbergen, zumal manche Kills auch knapp außerhalb des Bildes stattfinden. An Brutalität gebricht es Maria sicher nicht, doch die Kampfszenen, hier vor allem solche des Nahkampfs, wirken viel zu steril choreographiert und lassen kaum den Schluß zu, daß die Gegner hier um ihr Leben kämpfen. Erwähnt werden soll auch ein cat-fight in einer Disco-Toilette mit Kontrahentinnen in High Heels, was deren Bewegungsabläufe umso unglaubwürdiger macht. Der finale Kick auf den Schädel der Unterlegenen ist perspektivisch allerdings derart schlecht in Szene gesetzt (die "Siegerin" tritt einen halben Meter daneben ins Leere), daß man am Liebsten abschalten will.
Wer vorzeitig aufgibt, verpasst dann allerdings eine Art Endkampf, der - schön stylish - im strömenden Regen im Halbdunkel stattfindet. Dann, als sich Lily wieder mal in Gregs Bar regeneriert, endet der Film recht abrupt, obwohl noch bei weitem nicht alle Schurken zur Strecke gebracht sind. Ist das Geld ausgegangen oder war das ein Hinweis auf einen zweiten Teil? Egal, denn der Abspann beendet dann gottlob diesen Langweiler, dessen durch und durch blutleeres Drehbuch ganz sicher keine Werbung für den philippinischen Film darstellt. 3 Punkte.