Hongkong: Der forensische Pathologe Nick Chan und seine Assistentin Lynn schieben an Weihnachten gemeinsam Dienst, als plötzlich drei maskierte Typen die Leichenhalle stürmen und mit vorgehaltener Waffe die Entfernung einer Kugel aus einer am Vortag eingelieferten, weiblichen Leiche fordern... denn bei der besagten Toten handelt es sich um die Tochter eines Triaden-Bosses und bei dem Projektil um das einzige Beweisstück, das sie mit ihrer Ermordung in Verbindung bringen könnte. Zwar gelingt es Nick, die Situation vermeintlich schnell zu entschärfen und, bevor er zusammen mit Lynn in der Kühlkammer eingesperrt wird, den abziehenden Angreifern eine andere Kugel unterzujubeln, doch die durchschauen den Schwindel schnell, machen sich prompt auf den Rückweg zur Pathologie und sind jetzt erst so richtig sauer... Die chinesische Film-Industrie geht in dem Vorhaben, peu à peu mit westlichem Blockbuster-Kino gleichzuziehen, recht smart vor und holt sich schon seit geraumer Zeit immer wieder mal US-Regisseure rüber, die ihre besten Karriere-Zeiten zwar schon lange hinter sich haben, aber deshalb noch nicht unbedingt gleich zum alten Eisen zählen... so auch Renny Harlin, der ja doch mit so einiger Hollywood-Erfahrung beschlagen ist und bereits seit seinem 2016er-Jackie Chan-Vehikel "Skiptrace" in China residiert. Mit dem vorliegenden "Bodies at Rest" gelingt es dem Finnen dann auch glatt, ein wenig an bessere Zeiten anzuknüpfen, denn als - im weitesten Sinne - Weihnachts-Actioner kommt das Ganze fast schon wie die Schuhschachtel-Version von "Stirb Langsam 2" daher und liefert ebenso wie dieser im Akkord Schießereien und Fights... wenn auch in einem produktionstechnisch erheblich schmaleren Rahmen, dafür allerdings aufgrund des Settings mit Autopsie-Horror-Flair und mit kleineren, unzimperlichen Brutalitäten ausstaffiert. Okay, ein ähnliches Maß an Spektakel wie in den 90ern, als Harlin noch mit solchen Krachern wie "Cliffhanger" und "Tödliche Weihnachten" um die Ecke gekommen ist, wird hier keinesfalls erreicht, denn da sind schon die zum Ende hin eingebrachten, leicht durchschaubaren CGI-Effekte vor (Explosionen und Feuersbrünste direkt aus dem PC, na ja...), denen der Impact echter, handgemachter Action vollkommen abgeht, aber immerhin konnte er sich nochmal zu einer flotten Inszenierung aufraffen, die dieses ruppige Kammerspiel in der Manier eines besseren B-Movies allemal gut funktionieren lässt. So wirklich runtergezogen wird "Bodies at Rest" dann eigentlich auch nur von so mancher Drehbuch-Kapriole, die da verhindert, dass die ebenso dünne wie simple Handlung allzu weit vor der 90 Minuten-Marke ins Ziel läuft, denn es gibt da doch eine Handvoll Momente, bei denen die Befürchtung im Raum steht, dass das Ganze recht flott als Kurzfilm enden könnte, wenn sich die handelnden Figuren nur ein bisschen weniger dümmlich verhalten würden. Dennoch: Insgesamt ein durchaus okayes Filmchen und besser als das meiste, was Renny Harlin sonst so in den letzten zwanzig Jahren abgeliefert hat...
6/10