In den Achtzigern mutierte Robert Englund zu einer populären Horror-Ikone und wurde seither den Ruf des Freddy Krüger nicht wieder los. Zwischenzeitlich versuchte er sich als Regisseur, was von den allgemeinen Kritiken verrissen wurde, so dass er zwanzig Jahre benötigte, um noch einen Film zu drehen.
Außenseiter Hoax wird in der Schule drangsaliert, von der religiös-fanatischen Mutter klein gehalten und findet lediglich bei seinem Cousin Spike ein wenig Halt. Als dieser seit einer Tussi kaum mehr erreichbar scheint, wählt Hoax die Nummer eines „Horrorscopes“ und lässt sich dadurch mit dämonischen Mächten ein…
Englunds Regiedebüt strotzt nicht gerade vor einer innovativen Grundidee, denn der zum Rächer mutierende Außenseiter war auch anno 1988 nicht mehr neu.
Allerdings gelingt es ihm, die wesentlichen Figuren recht gut auf den Punkt zu zeichnen, obgleich Spike zunächst wesentlich sympathischer erscheint als der grenzdebile, stets kichernde Hoax, der erst bei einem Rendezvous ein paar andere Facetten offenbart.
Die fanatische Mutter ist hingegen eine von sämtlichen Klischees begleitete Fanatikerin in allen Belangen, während der Reporter Marty eher für kleine Auflockerungen zuständig ist.
Leider tritt die Erzählung oftmals auf der Stelle oder bringt völlig irrelevante Ereignisse ins Spiel, welche den Fluss merklich bremsen. Horror-Elemente bilden demgegenüber ein wenig Mangelware, denn vom Himmel fallende Fische oder ein sprechender Papagei mit blöden Sprüchen sorgen wohl kaum für Gänsehaut.
Erst als Hoax im letzten Drittel austeilt und sich mehr und mehr zu einem teuflischen Dämon verwandelt, fließt ein wenig Blut, indem Gliedmaßen abgetrennt werden oder Fleischwunden zu vernehmen sind und auch atmosphärisch wird das Elternhaus zu einer surreal anmutenden Kulisse, was augenscheinlich dem vergleichbaren Interieur einiger „Nightmare“ Ausgaben geschuldet ist.
Bis dahin lebt die Geschichte eher vom Spiel gegen den Außenseiter, welches jedoch zu wenig fiese Züge mit sich bringt, um die finale Racheaktion mitfiebernd zu gestalten. Hier geht mal der Kopf ins Klo, dort wird ein wenig geschubst, bis Spike eingreift und seine schützende Hand ausfährt, im finalen Akt jedoch selbst zur Zielscheibe des Rächers wird.
Denn da tut sich förmlich der Abgrund zur Hölle auf.
Allzu doll fallen die wenigen Effekte jedoch nicht aus, lediglich eine kurze Sequenz mit Spinnen beschert ein wenig Gänsehaut, eine mutierte Krallenhand oder ein Ritual mit Pentagramm und Kerzenschein sorgen demgegenüber eher für ein müdes Lächeln.
Auch darstellerisch werden eher talentarme Pappnasen serviert, von denen niemand Akzente setzen kann, gleiches gilt für den Score, der auffallend zurückhaltend eingesetzt wird.
Dennoch ist Englunds Regiedebüt im Gesamtbild nicht ganz so käsig ausgefallen, wie einige ähnlich gelagerte Pendants aus den Achtzigern. Das Budget ist zwar sichtlich gering, die handwerklichen Kniffe sind äußerst begrenzt, doch das Zusammenspiel der Figuren funktioniert so einigermaßen und am Ende vermag die leicht surreale Stimmung noch ein wenig zu punkten. Kein Highlight des Genres, doch als TV-Spätfilm kann man den durchaus mal mitnehmen.
5 von 10