Darf man auf eine Jugend in einem totalitären System mit Freude zurück blicken? Das ist eine Frage, an der sich zum Beispiel die Diskussion über Martin Walsers "Ein springender Brunnen" entzündet hat - angesichts des Leids, hat man das Recht, glückliche Erinnerungen an den Nationalsozialismus zu haben? Ansatzweise geht auch dieser Film der Frage nach, allerdings nicht entschieden genug. Der Film blendet leider die finsteren Seiten des DDR-Systems aus - die Bespitzelung, die Unfreiheit, die Einschränkungen an allen Seiten. Die DDR des Films ist eine drollige Gesellschaft, in der sich Menschen umeinander kümmern. Die Figuren des Films, denen die meiste Zeit eingeräumt wird (die Nachbarn, die Mutter) trauern der guten alten Zeit nach, ohne sich zu fragen, wie gut die nun wirklich war. Dass die Mutter ihre Stelle wegen zu wenig Linientreue verloren hat (obwohl sie veine hoffnungslose sozialistische Idealistin ist!), wird nur ansatzweise thematisiert, die Gründe der Wende bleiben blass. Schade. Erst gegen Ende funktioniert der emotionale Unterbau für mich, wenn Daniel Brühls Figur der DDR ein "ehrenhafteres Ende" schenkt, dass die Menschen, die im Film gezeigt werden, auch verdient gehabt hätten. Insgesamt hat der Film für mich (als Westkind) nur ganz selten funktioniert, an Stellen, in denen der Umfang der Dichtung, die die Wahrheit übersteigt, deutlich wird und natürlich bei der großartigen Enthüllung des Coca-Cola-Schriftzugs. Insgesamt aber zu zahm und unentschlossen für meinen Geschmack.