Review

28 Jahre nach dem Feuerwehr-Epos von Ron Howard schickt Hollywood erneut einen Alltagshelden in die Flammen, oder besser gesagt in die Sparflammen.

Sean (Joe Anderson) tritt in die Fußstapfen seines Onkels Brian (William Baldwin) und arbeitet als erfolgreicher Brandermittler in Chicago. Als fünf Kids bei einem Feuer sterben, gehen Sean und seine neue Partnerin Maggie (Alisha Bailey) sogleich von Brandstiftung aus. Doch was soll hier vertuscht werden?...

Regisseur Gonzalo López-Gallego („Open Grave“) konnte immerhin zwei Darsteller des Erstlings für die Fortsetzung gewinnen. Baldwin spielt für familiendramatische Zwecke am Rande mit, während sich Donald Sutherland als tatteriger Pyromane die Ehre gibt und trotz Overactings ein kleines Psychospiel anzettelt. Diesbezüglich hat Drehbuchautor Gregory Widen, der auch das Skript des Originals fertigte, ein wenig zu häufig „Schweigen der Lämmer“ gesehen.

Im Vordergrund handelt jedoch Sean, der als zynischer Eigenbrödler viel zu unnahbar daherkommt, um als reiner Sympathieträger durchzugehen. Seine Kombinationen und Versuche im Domizil einer großräumigen, ehemaligen Fabrik lassen nur bedingt Spannung aufkommen, eine hinzugefügte Beziehung verpufft völlig und auch ein zugelaufener Hund sorgt kaum für Abwechslung. Selbst ein Kindheitstrauma wird lediglich oberflächlich gestreift, weshalb die Dramenanteile rein gar nicht…zünden.

Ohnehin fackelt López-Gallego zu lange, denn allzu viel haben die Pyrotechniker in Sachen Action nicht zu tun. Ein Großteil der Spezialeffekte entstand am Rechner, was speziell beim titelgebenden Backdraft auffällt. Eine vermeintlich explosive Situation im Schlafgemach schürt zwar kurzfristig Suspense, doch der Showdown zwischen LKW-Containern enttäuscht auf nahezu ganzer Linie. Ein weiteres Manko: Es gibt keine wirklichen Antagonisten und schon gar keinen präsenten Drahtzieher.

Entsprechend dümpelt das Sequel ohne wirkliche Höhepunkte vor sich hin und während einige wenige Actionszenen einen minimalen Unterhaltungswert generieren, ist den insgesamt solide aufspielenden Mimen zumindest nichts vorzuwerfen. Dennoch taugt der Stoff nicht zum Mitfiebern, - er lenkt eher den Blick auf das deutlich bessere Original.
4 von 10

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