Und fünf weitere Treffer aus dem Hardcore-Bereich. Wobei der Titel nicht unbedingt vom Pimpern abgeleitet wird, sondern diverse Bedeutungen hat, wie etwa jemanden zu verkuppeln oder etwas aufzumotzen, auch im übertragenen Sinne. Entsprechend hat sich der australische Regisseur David Barker für sein Spielfilmdebüt Marke Thriller bewusst für einen mehrdeutigen Oberbegriff entschieden, der eine gewisse Deutungsfreiheit zulässt.
Sarah (Ella Scott Lynch) ist ein wenig schüchtern, andere würden sie für psychisch labil halten. In einer Bar gabelt sie den neureichen Snob Lewis (Benedict Samuel) auf und landet in seinem vermeintlichen Domizil. Doch ebenso wie Sarah trägt auch Lewis ein düsteres Geheimnis mit sich herum, was nicht ohne blutige Folgen bleibt…
Einer überschaubaren Anzahl an Lokalitäten haftet oftmals etwas Kammerspielartiges an und auch hier spielt sich der überwiegende Teil der Handlung im Haus ab, mal abgesehen vom Abstecher in die Bar und später in ein Waldstück. Das macht sich zunächst ein wenig negativ bemerkbar, denn der Stoff wird recht behäbig vorgetragen, zumal früh erahnbar ist, was es mit Sarahs Schwester Rachael auf sich hat, welche stets auf sie einredet.
Erst als eine Figur aus dem überschaubaren Personengefüge das Zeitliche segnet, kommt ein wenig Bewegung in die Sache. Der mitunter tiefschwarze Humor zündet vor allem im letzten Drittel, als die Dialoge in garstige Gefilde abdriften und unerwartete Handlungen ein paar groteske Momente zutage fördern. Die finalen Bilder lassen sich in viele verschiedene Richtungen interpretieren, da ist Barker letztlich ein wenig übers Ziel hinausgeschossen.
Anderweitig kann er sich vollends auf die beiden Hauptdarsteller verlassen, zumal Ella Scott Lynch eine Doppelrolle bekleidet und diese Posten mit viel Präsenz ausfüllt. Besser ist allerdings Benedict Samuel, dessen angenehm zurückhaltendes Spiel die Unberechenbarkeit seiner Figur fördert. Gleiches gilt für den fast schon im Hintergrund pulsierenden Score, welcher durchaus Atmosphäre schürt.
Handwerklich ist dem per Crowdfunding realisierten Debüt nicht viel anzukreiden. Die Kamera arbeitet variabel, die wenigen Gewalteinlagen sehen überzeugend aus und spätestens, als eine Unterhose zum kurzfristigen Stillen einer Wunde zweckentfremdet wird, kommen Freunde makaberen Humors auf ihre Kosten. Die etwas schleppende Herangehensweise in der ersten Hälfte könnte abschrecken, die zweite punktet mit ordentlichem Timing und einigen unerwarteten, skurrilen Wendungen.
Knapp
6 von 10