Review
von Leimbacher-Mario
Venusbekriegenfalle
Im australischen Thriller „Pimped“ verführt ein ziemlich eiskalter Typ eine attraktive Frau in einer Bar, nimmt diese mit in ein großes Haus und hat mit dieser Sex - nur um dann planmäßig mittendrin (!) den „Staffelstab“ an seinen besten, (wortwörtlich) dicksten und reichen Kumpel zu übergeben. Doch das lässt sich das psychisch eh schon labile und etwas schizophrene Opfer nicht ohne Gegenwehr gefallen - und das ist nur der Beginn vieler Probleme und Psychospielchen zwischen erotischer Anziehung und mörderischer Abstoßung...
Was klingt wie ein interessanter Mix aus „Basic Instinct“, „Daniel Isn't Real“ und „Body“, ausschaut wie eine Kreuzung aus Disco und Designerwerbung, bleibt für meinen Geschmack im Endeffekt aber deutlich hinter seinen (sowohl audiovisuellen als auch storytechnischen) Versprechungen zurück. „Pimped“ ist ein feines, manchmal auch sehr blutiges Vexierspiel der Verführung und des Totschlags - aber an echter Spannung, logischem Figurenverhalten, nachvollziehbaren Wendungen und sympathischen Charakteren mangelt es ärgerlich stark. Oft ist das reizend anzusehen - aber ich war nie auch nur ansatzweise involviert. Und das ist und bleibt ein Kardinalfehler. Da kann die Hülle chic sein, wie sie will. Wenn man weniger fühlt als die abgebildeten Psychopathen, dann läuft etwas schief. Außerdem nervt der Film mit etlichen verschwurbelten Gesprächen und oberflächlich-philosophischen Aussagen, Monologen, Abschleppsprüchen, dass sich die Balken biegen und meine Stirn runzelt.
Fazit: dumm fickt gut? Gilt leider nicht für Filme. Ein möchtegern-cleverer und -fesselnder Rape&Revenger mit Kalenderpsychologie und prätentiösem Milchbart. Nette Momente, doch in Summe nie genug.