Beim Originaltitel „Alone in the Dark“ sollte man nicht grundlegend Schlüsse zu Uwe Bolls Gurke von 2005 ziehen, denn bereits 1982 erschien ein gleichnamiger Film, der im deutschen Verleih einen kaum aussagekräftigen Titel erhielt.
Obgleich bekannte Mimen wie Dwight Schultz, Martin Landau, Donald Pleasence und Jack Palance an Bord sind, wirkt das Script so fahrig und gleichermaßen abgekupfert, als sei es innerhalb weniger Minuten in Piff´s Zigarrenbude entstanden:
Vier geistesgestörte Kriminelle brechen aus einer Psychiatrie aus und belagern das Haus ihres Arztes. Doch bis es dazu kommt, vergeht fast eine Stunde wertvolle Laufzeit.
Insofern verlässt sich Regisseur Jack Sholder fast komplett auf seine hochkarätigen Darsteller.
Schultz mimt den jungen Arzt Potter, noch ein wenig schüchtern und verunsichert gegenüber Klinikleiter Pleasence, dessen Rolle wie eine Parodie auf seinen Dr. Loomis in „Halloween“ anmutet, da er zwischenzeitliche Aussetzer offenbart, als würde er frisch aus Woodstock kommen.
Leider wird den Ausbrechern insgesamt zu wenig Screentime gegönnt, um diverse Facetten voll ausspielen zu können. Palance als Kriegsveteran mit ruhigen, recht emotionalen Momenten, Landau als diabolisch grinsender „Prediger“ und vor allem Erland Van Lindth (der glatzköpfige Riese aus „The Wanderers“) haben starke Momente, sofern sie nicht einem fahrigen Editing zum Opfer fallen.
Denn was vor der eigentlichen Belagerung alles untergebracht wurde, ist schlicht zu viel und zu schwach strukturiert.
Der Besuch eines Rock-Konzerts bringt weder Abwechslung noch das Geschehen in Gang, der Stromausfall (der den Ausbruch ermöglicht) wirkt wie eine polemische Kritik an Atomkraft, zumal rein storytechnisch eine Demo gegen selbige am Rande stattfindet.
Der Stromausfall führt dann auch direkt zu zahlreichen Plünderungen in sämtlichen Geschäften der Stadt, was unsere Ausbrecher erst einmal nutzen, um sich mit Hockey-Maske und Waffen auszustatten. Selbst die Verfolgung eines Postboten wirkt ein wenig deplatziert, dient sie doch lediglich dazu, Landau anschließend schon mal breit grinsend an des Doktors Tür zu pingeln.
Suspense und Atmosphäre steigern sich im letzten Drittel jedoch deutlich.
Auch wenn die Verfolgung einer Babysitterin im Haus des Arztes wie eine weitere Anleihe zu „Halloween“ wirkt, kommen, nicht zuletzt durch den stimmungsvollen Score und dem gekonnten Spiel mit effektiven Lichtverhältnissen, eine ganze Reihe wirkungsvoller Szenen zum Vorschein.
Man weiß nie so genau, ob nicht doch mindestens einer der vier Kriminellen bereits im Haus ist, während sich eine kleine Gruppe darin verschanzt und ob nicht noch ein Pfeil eine Fensterscheibe durchbohrt, während jemand Ausschau hält.
Doch auch innerhalb dieses Szenarios wirken einige Szenenwechsel holprig und abgehackt, als sei dem Regisseur zwischenzeitlich noch die eine oder andere Idee gekommen.
Keine Frage, mit Pleasence und seinen Patienten (er nennt sie Reisende) hat man zwischenzeitlich seinen Spaß „Ich muss das Vater Unser dreimal rückwärts beten, sonst verwandelt sich mein Körper in Porzellan“.
Doch die guten und gut aufgelegten Darsteller können eben nicht durchweg kaschieren, dass dem Skript ein etwas strengerer Faden fehlt, der deutlich macht, worauf die Sache eigentlich während des letzten Drittels hinauslaufen soll.
Dank vieler bekannter Gesichter und vertrauter Synchronstimmen wird das zwischenzeitlich fade Geschehen ein wenig aufgewertet, auch wenn es an blutigen Szenen deutlich mangelt, - der Showdown ist sogar recht spannend und die letzten Szenen nachdenklich stimmend, doch im Gesamtbild ist das schlicht zu dröge, um als klare Empfehlung durchzugehen.
Gerade noch
6 von 10