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Die Möchtegern-Musikerin Scarlet wird in den späten 60er Jahren vor einem Aufnahme-Studio von Graf Dracula höchstpersönlich zur Vampirin gebissen, bevor dieser wieder den Abflug zurück nach Transsilvanien macht und sie in der Obhut seines insektenfressenden Faktotums Renfield in Hollywood zurücklässt. 35 Jahre später ist Scarlet ihrer Existenz als Wesen der Nacht überdrüssig geworden, doch glücklicherweise findet Renfield in einer alten Vampir-Bibel eine Passage, die besagt, dass seine Gebieterin wieder ein Mensch werden kann, wenn sie in einer Nacht das Blut von drei Jungfrauen schlürft. Leichter gesagt als getan, denn der arme Renfield muss sich nun ganz schön einen abbrechen, um im Sündenpfuhl Hollywood drei unberührte Mädels aufzutreiben... Es dauert nicht lange, bis man genau weiß, wie der Hase bei diesem Direct-to-Video-Softporno läuft, denn zu Beginn steigt man direkt mal mit einem lesbischen Zeitlupen-Vierer ein und pflastert auch den Rest der Laufzeit zwischen den langweiligen Füllsel-Szenen mit ellenlangen Sex- und Nackedei-Einlagen zu. Echter Horror steht demnach nicht besonders weit oben auf der Agenda von "The Erotic Rites of Countess Dracula", der als billiges Shot-on-Video-Filmchen von vornherein nicht wirklich in der Lage ist, an solche wahren Klassiker des Vampir-Lesben-Subgenres wie "The Blood Spattered Bride" oder "Vampyres" heranzureichen... tatsächlich wäre es da bereits zuviel der Ehre, den Namen von Regisseur Donald F. Glut in einem Atemzug mit einem Jess Franco oder Jean Rollin zu nennen, deren Erotik-Streifen aus dieser Sparte bisweilen doch sehr viel poetischer und stimmungsvoller geraten sind. Okay, so rein Handlungs-mäßig betrachtet waren auch "Vampyros Lesbos - Die Erbin des Dracula" oder "Requiem pour un Vampire" nicht wirklich sehr viel gehaltvoller, aber im Vergleich zu den besseren Arbeiten der beiden besagten Euro-Horror-"Koryphäen" zieht "The Erotic Rites of Countess Dracula" doch nicht nur aufgrund seiner billigen Optik gnadenlos den Kürzeren: Wenn sich die durch die Bank unfähigen Darstellerinnen gequält ihre Deppen-Dialoge rauspressen, bevor sie sich aus ihren Klamotten schälen und minutenlang zu schlechtem Goth-Rock in den Laken wälzen, mutet das Ganze beinahe schon an wie ein ziemlich mieser Porno... nur halt ohne gynäkologische Detail-Aufnahmen. Wie öde! Der singuläre schauspielerische Höhepunkt der Angelegenheit ist da übrigens der Kurz-Auftritt von Genre-Veteran William Smith in einer einzigen Szene, der da seinen Reibeisen-Dracula mit sachter Ironie zum Besten gibt und sicherlich schnell erkannt hat, in was für einen Stuss er hier hineingeraten ist. Übrigens: Die Quasi-Fortsetzung "Countess Dracula's Orgy of Blood" von 2004 hat hiermit inhaltlich so gut wie nix am Hut, ist dafür aber bewusst auf Trash gemacht und sehr viel spaßiger... der würde ich definitiv den Vorzug geben.

2/10

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