Man nehme Fragmente aus den französischen Erfolgskomödien "Monsieur Claude", "Ziemlich beste Freunde" und "Frühstück bei Monsieur Henri" und mische sie mit den konservativen, biederen Eigenheiten des zweiten deutschen Fernsehens. Dazu noch ein gefragter Alt-Kabarettist, der in seiner Nörgel-Rolle als zynischer Ex-Lehrer über die einfache Lebensweise seiner neuen, aus der Unterschicht stammenden Mitbewohner bitterböse Urteile fällt, fertig ist der erfolgreiche TV-Film der fast 8 Millionen Menschen vor die Glotze lockt. Und überraschenderweise funktioniert das in der ersten halben Stunde ziemlich gut, doch dann monotonisiert sich das Ganze und die üblichen Klischees landen Treffer um Treffer. Olaf rollt sich dabei durch seine großräumige Wohnung und gibt scharfe Kommandos als gäbe es kein Morgen mehr, während seine neue Familie mit den alltäglichen Problemen wie Versagensängsten, Mobbing, Arbeitslosigkeit und Legasthenie herum schlägt. Olaf braucht derweil nur einen vollen Kühlschrank und saubere Klamotten. So unterschiedlich wie diese zwei Welten scheinen, das Konzept ist altbekannt, auszelebriert und recht altbacken. Und das man sich trotzdem gut unterhalten fühlt, liegt einzig an Hallervordens überbordener, recht statischer Spielfreude, welche oftmals an seine damaligen Auftritte in "Spottlight" erinnern. Die anderen Schauspieler, gerade die Kinderdarsteller, sind leider nur durchschnittlich und lassen den urigen Wahlberliner aus Sachsen-Anhalt den hochtrabenden Vortritt. Mir fehlt dennoch der Biss und Pfiff, Slapstick und Action, die Satire und auch Momente, die sich von den oben genannten Franzosen absetzten. Diese gibt es natürlich nicht, sondern das streng konzipierte Drehbuch vergreift sich endlos an den Banalitäten des urdeutschen Alltags. Dafür müsste man die Glotze eigentlich kalt lassen, aber Hallervorden ist endlich mal wieder Komiker mit Herz und Schnauze. und nicht nur der schrullige Opa mit Honig im Kopf.