Auch in Deutschland bekannt und weit verbreitet, ist Hard to Kill - Interpol Connection der Beweis dafür, dass Filmemacher Phillip Ko Fei zu der Zeit nicht nur viel gedreht und über Regent Film Limited produziert hat, sondern auch selber die Werke anderer Kollegen konsumiert und einstudiert. Sind auch Fatal Chase (1992) und Ultracop 2000 (1992) Mischarbeiten aus eigenen oftmals eher kruden Ideen, zusätzlich addierten obskurer Humor und dem Ripoff ganzer fremdbestimmter Geschichten und bekannter Bilder, so stellt sich auch diese Arbeit hier gleich von Beginn an als offenkundig und auch offensiv von Red Heat (1988) inspiriert heraus; immerhin nicht das schlechteste Vorbild, was die Grundstruktur und die Möglichkeiten des Umgangs damit angeht und die Option auf Mehr. Statt Schwarzenegger und Belushi sind hier Robin Shou als grimmiger Cop und Yukari Ōshima (nicht als Belushi, sondern als Extrabonus mit superben Stockkamp im Finale und insgesamt als Sahnetörtchen mit Schlag) anwesend; einen asiatischen Belushi gibt es auch, aber den Trottel vom Dienst hätte es nicht gebraucht und er macht die Angelegenheit auch zu einer (für Neulinge in dem Metier) komödiantisch strapaziösen Mär:
Der Drogendealer Lo Tat [ Phillip Ko Fei ] möchte in Manila ein entsprechendes Geschäft durchziehen, wird dabei aber von der Fünf-Mann-Truppe um den örtlichen Polizisten King Kong [ Lee Chun-Wa ] gestört und durch diesen auch eher zufällig festgenommen. Da er zuvor den Undercover Shun Fai [ Simon Yam ] in HK auf dem Gewissen hat, soll Lo durch den entsprechend anreisenden Inspector Ko Chi-Pan [ Robin Shou ] an die dortigen Behörden überstellt werden, kann allerdings durch schießfreudige Hilfe fliehen. Das ungleiche Duo der beiden Gesetzeshüter macht sich auf die Fersen von Lo, wobei sie dessen Gespielin Man Kar-Zee [ Ivanbeo Leung Yuen-Jing ] ausfindig machen müssen und dabei zusätzliche Unterstützung durch Japanese International Cop May Hitori [ Yukari Ōshima ] kriegen.
Von nichts kommt nichts. Robin Shou beim Muskelaufbau und der Fettverbrennung in der Folterkammer eines Sportstudioss, beim Gewichtestemmen und Eisenbiegen stellt den Vorspann zu einem letztlich auch sowieso eher körperbetonten und die Vorzüge der Kinetik, der Physis und der Physik hervorstechenden Filmes dar; wobei der Hauptdarsteller hier auch deutlich einer der prägnanteren Schauspieler im Œuvre von Phillip Ko Fei ist und nicht umsonst in rascher Reihenfolge 6x in vier Jahren, oftmals übrigens eher als der Heavy in der Geschichte genutzt wird. Der Plot hier wird eher länger und dramaturgisch 'sorgfältiger' aufgebaut, von der Festnahme bis zum Fluchtversuch vergeht eine gute halbe Stunde, die durch die Exotik in der Szenerie mit Abstecher in das Kanumayan Hotel und dem Rizal Provincial Gefängnis in Taytay genutzt wird und zu tatsächlich mehr Fläche, Spielraum und frischer Luft als in dem eingegrenzten HK üblich. Gedreht in den Philippinen, u.a. in der Hauptstadt und vermehrt an den südöstlichen Ausläufern der Zentralen Luzon-Ebene wird auch a) eine größere Szenerie als üblich geschaffen, b) dies mit einigen Einspieler von Hongkong und deren Beengung (wie der Rückblende einer blutig schiefgelaufen Polizeiaktion im gedrungenen Parkhaus) konterkariert und c) auch die Mitwirkung einheimischer Darsteller genutzt und sich so schon mal mit dem Umfeld vertraut gemacht und für weiteres Berufliches eingelebt. [Das damals ebenso florierende Pinoy Action Cinema war zwischenzeitlich auch Standbein für die weitere Karriere von Yukari Ōshima und Ko, welche hier schon mal Luft schnuppern durften und üben.]
"You should have munition. 97 is near, the situation is not so steady. It's more convenient to have munition on hand."
Eine solide Produktion auch mit kostengünstigeren, aber gut genutzten Außendreh sowie der Verwendung realer Gebäude und Einrichtungen (wie dem Veterans Memorial Medical Center in Quezon City), wobei der Plot hier sein Fundament sicherlich aus der Originalgeschichte hat, aber durch den Vergleich und den landestypisch breiten Humor mit einigen eher schwachsinnigen Dialogen, viel Grimasserei und lautmalerischen Slapstick sowie dieser fortschreitenden Assimilierung und Akklimatisierung von Original (Red Heat!) und Kopie sowie Komik und Gewalt in der Räuberpistole nicht unbedingt langweilig wird; die unterschiedliche Paarung vom muskulös-asketischen, gutaussehenden und eher einsilbigen Inspector mit dem gedrungenen und in Hawaiihemd und Khakishorts herumlaufenden Führer vor Ort stammt aus den Routinen des Buddy Picture und wird auch tatsächlich auf Gegensätzlichkeit forciert.
Verstärkt wird auch die Bandbreite der Actionszenen, nach einem eher unterwältigenden Feuerstoß im Hotelzimmer beim Eintreffen der Beamten und dem 'Cameo' des Parkhausmassakers in der Rückblende (die Szenen mit Simon Yam sind alle komplett aus der zwei Jahre alten Regent Produktion Fatal Termination, 1990 übernommen) wird die Befreiungsaktion durch Schergen auf einer Hauptverkehrskreuzung erstmals für intensiveren Bleiregen mit auch manchen blutigen Einschüssen und tropfenden Lebenssaft genutzt. In der Gesamtzahl und bis zum Showdown auch der Ausdehnung bleiben auch die folgenden Scharmützel zwischen Slow Motion und Blur Motion eher kurz und knackig, trotz der Riesenknarre, mit der Shou im Anschlag herumläuft und fleißig Blumenkübel, Sandsäcke, das Mobiliar und die Oberkörper der Staffage zerstiebt. Ein Attentat im Krankenhaus, bei dem final ein blutverschmierter Toter durch die Glasscheibe fliegt, vorher eine Falle in der Lagerhalle, die erst dann und somit erst im letzten Drittel auftauchende Ōshima vor allem mit ihrer filigranen Beinarbeit löst. Der Hotelshootout aus dem Schwarzenegger wird natürlich auch übernommen und neu als fernöstliches B-Picture arrangiert.