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Mit "Infernal Affairs" betritt ein Thriller die Bildfläche des fernöstlichen Kinos, der jedem Woo-Meisterwerk mühelos Konkurrenz machen kann - allerdings auf inhaltlicher Ebene, denn das Wörtchen "Action" schreibt das Regie-Duo Andrew Lau Wai-Keung / Alan Mak ganz ganz klein.

Sie erzählen die Geschichte zweier Hongkonger Polizeischulabsolventen, die Jahre später als Undercover-Cop und Maulwurf innerhalb der Polizei wieder aufeinandertreffen. Beide bewegen sich in einer Grauzone, liefern sich ein trickreiches Duell, um den jeweils anderen zu enttarnen und aus dem Verkehr zu ziehen - stets die skrupellosen Triaden und die reguläre Polizei im Nacken.
"Infernal Affairs" entwickelt zwsichen rafinierten Ermittlungen und Bespitzelungen eine unglaublich packende Atmosphäre. Von der ersten Minute an ist der Zuschauer mitten drin im rastlosen Geschehen, fiebert nach kurzer Einführung der Charaktere ihren Schicksalen förmlich entgegen. Unwichtige Nebenstränge vermeidet die rasant vorranschreitende Story konsequent, stets bleibt der Focus am eigentlich Geschehen dran und vermeidet so geschickt Längen jeder Art. Spannende Wendungen gibt es dabei gleich mehrere, das krasse aber in Sich absolut konsequente und logische Ende eingeschlossen. Selten habe ich bei einem Film der letzten Jahre derart Bauklötze gestaunt, war von der Handlung und ihren tollen Charakteren in Solcher Weise faszinierter und von der Inszenierung hingerissener!

Ein Meilenstein ist "Infernal Affairs" auch in technischer Hinsicht. Die Optik ist fantastisch gelungen, und erfreut den Zuschauer mit detaillreichen, abwechslungsreichen und teilweise fast schon epischen Bildern. Gleiches gilt für die akustische Untermalung: Ein gefühlvoller Hammersoundtrack, bei dem es nicht nur im bewegenden Filmausklang den ein oder anderen kleinen Schauer über den Rücken jagt.
Hier greifen schlicht alle Filmelemente perfekt ineinander! "Infernal Affairs" schafft das Kunststück, auch ohne Actionorgien a la John Woo ein packendes Spiel um Recht und Unrecht zu inszenieren; das mit einem ähnlich hochklassigen Cast (Andy Lau, Tony Leung) völlig zu Recht 7 Hongkong-Oskars eingestrichen hat. Nicht zuletzt auch das kommende US-Remake eines Martin Scorcese bürgt für die überragende Qualität dieses fernöstlichen Juwels.

Wenn ich irgendwas zu kritisieren hätte, dann wäre das die vielleicht nicht perfekte deutsche Synchronisation einiger Nebencharaktere. Ansonsten kann ich nur zur Konzentration raten, denn einfach ist "Infernal Affairs" nicht. Einige Minuten Unaufmerksamkeit könnten bereits einen Großteil des Filmspasses zerstören!

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