Eine versucht bedeutsame Erzählung, episch-abenteuerliche Klänge, knappe und gleichzeitig die Wichtigkeit hervorhebende Einleitung, ein Geschehen vor fernen Zeiten und in fremden Welten, Panoramen bedrückt-schöner und deutlich künstlicher Landschaften, die Bilder im selben Moment groß und wegen der Herkunft aus fantasievollen Eingebungen und der 'simplen' Tricktechnik klein. Ein Heranwachsen unterschiedlicher Eindrücke, ein Aufmarsch von Hunderttausenden Pixelsoldaten, die Szenerie ist kurz umfasst und die Geschichte in der Überlastung beginnt. Stammend aus geschichtlichen Ereignissen und umgewandelt aus den 'trockenen' Büchern und Legenden in einer aktives bis interaktiven Spiels, hier nun wieder zurück formatiert zu einem passiven Erlebnis, einem Kinofilm, in dem man der Kreation anderer Menschen zuschaut und nur bei eigenem Interesse sowieso, aber auch der Interessenerzeugung durch die Filmemacher tatsächlich zumindest emotional involviert ist. Mancherlei Einstellungen und Szenefolgen kommen dem (westlichen) Zuschauer aus der Historical Drama Welle ab 2008 herum bekannt vor, Werken wie dem Red Cliff Zweiteiler, dem Three Kingdoms - Ressurection of the Dragon, dessen Periode man hier auch beackert, oder dem Nachzügler Dragon Blade, dort aber allesamt geerdeter und wie als antiker Kriegsfilm funktionierend, hier öfters visuell wie durchsichtig wirkend oder zumindest dünn:
Durch Ehre und Loyalität gegenüber der Han-Dynastie, eines von drei Königreichen im kaiserlichen China verbunden, bemühen sich ein Soldatentrio, bestehend aus Liu Bei [ Tony Yang ] , Guan Yu [ Han Geng ] und Zhang Fei [ Justin Cheung ], nach der gewalttätigen Machtübernahme des Kanzlers Dong Zhuo [ Lam Suet ], den eigentlich rechtmäßigen Thronfolger wieder an die Spitze des Reiches zu bringen. Dabei stehen sie sich vor allem Lü Bu [ Louis Koo ] im Gefolge von Dong Zhuo gegenüber, und bald auch dem früheren engen Verbündeten Cao Cao [ Wang Kai ].
"According to our rules, all who enter here are destined to be legendary heroes."
Dynasty Warriors ist dabei allerdings auch etwas anders angelegt als dort, nämlich eher als Wuxia, mit Zauberkräften, mit etwas Übersinnlichkeit, nicht bodennah und erdverbunden, sondern mit strahlenden 'Rittern' und bösen Schamanen, die Flüche aussprechen und eigene Leute und andere am Verwandeln und Umwandeln (in Art Zombie-Kämpfer zum Beispiel) sind. Dabei dreht man auch durchaus reell, dann auch mit erkennbarem Aufwand, inklusive Außendreh in Neuseeland und langwährender Post Produktion, präsentiert dies aber teilweise zusätzlich in einer an das Spiel erinnernden Optik, wie als Hommage, was das übliche Sehverhalten allerdings eher stört, vielerlei Szenen sehen deutlich vor einer Greenscreen inszeniert und dann erneut bearbeitet aus; viele Gimmicks, was das Aufnahmeerlebnis eher behindert und anders als bspw. die ebenso als Bonus gehandhabte Wahl der Darsteller (viele Guest Appearance oder Special Appearance, auch so im Intro aufgeführt) stört.
"I'd rather do wrong to the world, than be wronged by the world."
Interessanter als die versuchte Anpassung an ein gänzlich anderes Medium sind da schon die Geschehnisse vor Ort und Stelle, die von schwächlichen Offiziellen geduldete Thronübernahme eines machtgierigen und skrupellosen Mannes, die fehlende Antwort der Untergebenen, die allgemeine Korruption im Staate hier, die seitens der Bevölkerung auch geduldet wird oder zumindest darüber hinweggeschaut. Figuren, die durch unzählige Adaptionen bekannt und vertraut sind, werden hier durch zuweilen frische Darsteller verkörpert und/oder durch prägnante Schauspieler, wobei auch die jeweiligen Ereignisse selber ungewohnte Perspektiven bieten können und eine Erweiterung bisheriger dramaturgischer bis psychologischer Filter; wobei man sich in all dem Wulst vorgestellte Figuren geschickterweise auf vier spezielle Charaktere 'ausruht', einen Einzelgänger und ein eng verschworenes Trio.
Leider belässt es Regisseur Roy Chow, der mit seiner Angetrauten Christine To auch wie üblich das Drehbuch verfasst hat, nicht vollständig bei einem zurückhaltend konzentrierten Inszenieren bspw. der Palastintrigen und der Arbeit der Gegenseite, sondern greift erneut und auch erneut nachteilig und dies wortwörtlich in die Trickkiste, was in den meisten Fällen (Pferde, die auf abschüssigen Dächern reiten, oder ganze Wälder, die von einem Schwerthieb sterben usw.) einfach nicht gut aussieht und mehr nachteilig als positiv wirkt. Völlig unnötige Fehler, und auch völlig unnötig wiederholte Fehler, wenn man sich bspw. Rise of the Legend vom selben Team ansieht oder in Erinnerung ruft, wo auch frische Ideen geboten wurden, die aber zur Hälfte auch über das Ziel hinaus schossen und hier wie dort ein uneinheitliches, geradezu bipolares Werk (mal hui und mal pfui) überließen.
"I can't right my wrong, so I'll stay wrong."
Narrativ auch etwas unsicher verfasst – eine Rückblende ist derart lang, dass man am Ende dieser schon vergessen hat, wo man ursprünglich stehen geblieben ist – wird sich so durch eine theoretisch äußert ergiebige Welt mit verschiedenen entscheidenden Persönlichkeiten manövriert, besetzt mit zuweilen schwächeren, ehedem das chinesische Publikum ansprechen sollende Hauptdarsteller wie Wang Kai oder Han Geng, ergänzt durch aus HK stammende, aber nicht direkt mit dem hiesigen Milieu verbundene Mannen um Eddie Cheung, Lam Suet, Philip Keung, Ray Lui oder Justin Cheung sowie natürlich dem einzigen Schwergewicht Louis Koo, hier ausnahmsweise und (trotz Augenrollen und anderen Grimassen) effektiv als Antagonist gesetzt. Gott sei Dank lässt die Action übrigens auf sich warten, bis zum letzten Viertel etwa, zum Großteil ist diese vollkommen uninteressant gehandhabt (Stäbe in den Boden rammen und Leute werden vom Blitz getroffen) und mit furchtbarer Rockmusik zugeplärrt, vorher gibt es einige Zweikämpfe, hinterher ein Schlachtenmeer.