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In regelmäßigen Abständen wandeln junge Filmemacher auf den Pfaden vom „Texas Kettensägenmassaker“ der stilprägend für das Subgenre des Backwood-Slashers wurde.
Die Spanier David C. Ruiz und Albert Valencia konnten zwar eine atmosphärisch ansprechende Kulisse auftun, doch das Gespür fürs Timing fehlt auf nahezu ganzer Linie.

Zu einem Rockfestival soll es für Fede und Raffa gehen, die unterwegs noch zwei Anhalterinnen aufgabeln, bevor ihr Vehikel den Geist aufgibt. Angekommen im nächsten Dorf Sant Marti quartieren sie sich vorübergehend im Hostel ein, nichts ahnend, dass Leute im Hintergrund bereits ihre blutigen Messer wetzen…

Klassischer könnte der Stoff kaum einsteigen: Frau, Wald, Flucht, Sturz, Schrei, Schnitt.
Mit der viel zu ausgiebigen Vorstellung der Figuren geht es jedoch bereits bergab, denn Reisende, die überwiegend unter dem Einfluss von Alkohol und Drogen hohle Phrasen vom Stapel lassen, generieren selten Sympathiepunkte. Das macht sich besonders innerhalb eines Nebenhandlungsstrangs bemerkbar, als ein angeblicher Sänger und sein Fahrer unterwegs sind und lange Monologe über vermeintlich schlimme Kindheitserinnerungen ausgeplaudert werden.

Die Szenerie des altmodischen Dorfes macht indes einiges wieder wett mit seinen engen Gassen, Bruchsteinhäusern und dem Gesamteindruck, dass sich hier seit 1938 nicht mehr allzu viel veränderte. Allerdings dauert es über 40 Minuten, bis der Killer endlich zuschlägt, was bei einer Laufzeit von knapp 80 Minuten zu einem Geduldsspiel ausartet.

Allzu blutig wird allerdings nicht vorgegangen. Mal landet ein dicker Ast mit Draht im Mund eines Opfers, Jemand grabbelt an abgetrennten Unterschenkeln und ein Stock landet zwecks Beinbruch zwei, drei Mal unsanft. Die handgemachten Effekte fallen immerhin solide aus, gleiches gilt für die Kamera, die einige gut positionierte Beobachtungsperspektiven einbindet.
Auch darstellerisch ist nicht viel anzukreiden, während der Score rein gar nicht auffällt.

Storytechnisch werden nicht nur sattsam bekannte Motive eingebunden, sie werden auch noch ellenlang vom Bürgermeister persönlich erläutert, was in dieser Phase ein weiteres Mal Drive aus dem Geschehen nimmt. Zuviel Gerede, zu wenig Bewegung und dazu austauschbar anmutende Killer, die kaum Angst einflössen. Auch wenn versucht wird, katalonische Eigenheiten einfließen zu lassen – die Abläufe des Genres bleiben dieselben und im vorliegenden Fall hält sich das Mitfiebern arg in Grenzen.
3,5 von 10

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