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"Du bist ein Spielzeug!"

Das Kleinkind Andy ist stolzer Besitzer zahreicher Spielsachen. Immer wenn er aus dem Zimmer geht, erwachen diese zum Leben. An Andy's vorverlegten Geburtstag ist jedoch die Angst groß, durch ein neues Spielzeug ersetzt zu werden. Cowboy Woody hat eine geringere Befürchtung, ist er doch der Liebling von Andy. Aber ausgerechnet er bekommt Konkurrenz durch die Space-Ranger-Actionfigur Buzz Lightyear, die sich allerdings für die reale Figur und nicht für ein Spielzeug hält. Woody ist erbost, dass er nicht mehr an erster Stelle steht. Vor einem Ausflug Andy's versucht er Buzz hinter einer Kommode loszuwerden. Doch stattdessen stürzt Buzz aus dem Fenster.

"Toy Story" ist der erste komplett digital animierte, abendfüllende Film, der eine neue Generation von Filmen einläuten sollte und die Produktionsfirma Pixar Animation Studios über Nacht berühmt machte. Es war jedoch nicht die Tricktechnik, die nun nach über 20 Jahren ordentlich Staub angesetzt hat, die für Begeisterung sorgte. Stattdessen die wunderbar animierten Spielzeuge, die menschlichen Charakteren nachempfunden sind sowie die zahlreichen ironischen Pointen.

Die Geschichte ist bisweilen sehr eindimensional. Mehr als der Aufbau einer Konkurrenz zweier Figuren, ständige Rettungsversuche und das obligatorische Zusammenarbeiten in Krisensituationen bietet "Toy Story" nicht. Dafür enthält der Animationsfilm einen überaus variantenreichen Humor, der überwiegend zündet. Vor allem die vielen verschiedenen Figuren laden immer wieder durch ihre Eigenarten zum Schmunzeln ein.
Diese sind auch die Besonderheit des Animationsfilmes. Die zum Leben erweckten Spielzeuge haben menschliche Charakteristika und sind dadurch enorm greifbar. Identitätskrisen finden sich hier genauso, wie Depressionen, Selbstsucht und Hilfsbereitschaft. Nur an der emotionalen zwischenmenschlichen Komponente hängt es noch.

"Toy Story" versteht es trotz seinem kindlichen Ansatz auch Erwachsene zu unterhalten. Gerade gegen Ende ist der Animationsfilm schon fast einen Ticken zu gruselig für Kinder. Der heitere Humor, bestehend aus Slapstick und skurrilen Situationen bedient Jung und Alt.

Nach vielen Jahren kann die Technik nicht mehr überzeugen. Die Gesichtsanimationen wirken hölzern und die Hintergründe recht leblos. Dennoch war der Aufwand zum Zeitpunkt des Kinostarts wegweisend und ein wichtiger Schritt in Sachen filmischer Animation. Denn die eingefahrene Schiene von Disney erlebte ab diesem Zeitpunkt eine nötige Umwälzung. Somit finden sich moralische Ansätze nur bei genauem Hinsehen und die gesungenen Songs wurden auf ein überschaubares Maß reduziert.

"Toy Story" ist ein sehr ambitioniertes Werk, dass in Sachen Figurenzeichnung und Humor treffsicher ist. Die Optik überzeugt, auch wenn sie nach vielen Jahren nun der Konkurrenz hoffnungslos unterlegen ist. Der Animationsfilm ist dennoch ein Meilenstein, da er eine Welle auslöste, die klassisch gezeichnete Filme ablöste. Und seine äußerst sympathischen Figuren sind unvergessen.

8 / 10

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