Hundert Prozent Wildleder. Als Georges die Jacke sieht, ist es um ihn geschehen. Für ein halbes Vermögen kauft er diese dem alten Besitzer ab. Er beginnt, mit der Jacke zu sprechen. Auch antwortet er für diese und lässt sich zu einem gewagten Projekt überreden. Er soll der letzte Mensch sein, der noch eine Jacke trägt.
Dieses Unterfangen hält er dabei mit einer Videokamera fest, will daraus einen Film erstellen und findet in der Bardame und Cutterin Denise eine Verbündete, denn wirklich Ahnung hat Georges von alledem nicht.
Auch als Zuschauer hat man mitunter nicht viel davon. Was Georges Vergangenheit angeht, so gibt’s hier nicht viel zu holen. Ein kurzes Telefonat, er hat scheinbar seine Frau verlassen, das war's.
Der von Quentin Dupieux geschriebene und inszenierte Film geht stets vorwärts und zeigt einen letztlich einsamen Mann, der abgleitet und das Publikum mitnimmt. Dabei bleibt, trotz der sich steigernden Vehemenz, mit der er sein Vorhaben durchzieht, das Werk im Kern eine schwarze Komödie. Manche Absurdität, von der das Szenario durchzogen ist, löst sich dabei in Lachen oder Überraschung auf.
Jean Dujardin und Adèle Haenel geben ein gutes Gespann ab, insbesondere Dujardin muss den Film tragen und dies gelingt ihm. Mit einem nuancierten Spiel schafft er es immer wieder, die abstruse und alles überlagernde Idee kurz zu durchbrechen und der Figur melancholische Momente abzuringen. Trotzdem bleibt die Figur und der Film seiner Idee verschrieben, dabei auch unberechenbar, was letztlich den Reiz des kurzen Vergnügens ausmacht. Nach nicht mal 80 Minuten ist dieses deutungsfreudige Werk gesehen.
Längen kommen da keine auf, doch bleibt die Frage, ob der Film letztlich nicht nur von seinem absurden Szenario allein lebt. Vielleicht hätte man das Ganze weiter unterfüttern, den Figuren noch mehr Hintergrund verpassen können. Vielleicht hätte das den Film aber auch zerstört. So bleibt es bei einer trotzdem interessanten und etwas bizarren Charakterstudie, die man sich durchaus mal geben kann.