Sie schaut nicht, sondern sie sieht
Wo die Liebe hinfällt, hinterlässt sie Verwüstung wie Ekstaste,
dieser Arthouse-Darling wirkt wie aus „Das Piano“, „Lady Macbeth“ und „Call Me By Your Name“ eine Blase.
Über eine Malerin und ihr „Objekt“,
eine lesbische Liebe wie sie in deren Zeit noch mehr als wurde versteckt.
Ein paar Tage voller Leidenschaft und Sinnlichkeit, Pinselstriche und ausziehenden Blicken,
selten hatte mich eine Romanze derart am Schlafittchen, dass ich fast meinte zu ersticken.
Trotz etwas Melodrama und theatralischem Anstrich,
spürte man die Herzen pochen von Schottland bis Danzig.
Sperriger Titel, langsames Tempo, definitiv nicht für die Masse,
dennoch ich keinen einzigen hier ohne Empfehlung weglasse.
Die beiden Ladies sind göttlich, wirklich zum Niederknien,
ihren Blicken und treffenden Worten will, kann und mag man nicht entflieh'n.
Natürlich braucht man was Sitzfleisch und Geduld,
das ist jetzt kein Blockbuster-Gewitter oder Kult.
Das hier ist eine ruhige, tiefgehende Perle aus Kunst und Körperkontakt,
da werden viel eher die Seelen statt die Körper entblößt und nackt.
Fast eine Kammerspiel mit Leinwand und Wellen,
an diesen Klippen kann so manch ein Herz, ein Leben, eine Liebe zerschellen.
Andere Zeiten, finaler und bittertraurig,
manchmal ist’s sogar nicht nur emotional sondern leicht schaurig.
Geister der Vergangenheit, feminine Klasse und schreiende Herzen,
das Schlussbild kann wohl mit allem in diesem Kinojahr mithalten, vor allem was betrifft Schmerzen.
Eine kurze aber unsterbliche Beziehung zwischen Freiheit und Regeln,
eigentlich müssten die zwei Frauen spielen mit ihrer Konkurrenz bei der Oscarverleihung Kegeln.
Wenig Worte, kaum Musik oder schnelle Kaskaden,
und wenn dann mal epochal Gesang erklingt, tut er der Stimmung ganz sicher nicht schaden.
Dieses Gemälde schimmert und glimmt noch lange nach,
oft wirkt das klassisch und unsterblich, als ob Orpheus persönlich sprach.
Fazit: eine der pursten, romantischsten, intimsten und auch traurigsten Beziehungen des Jahres. Intensive Intimität zwischen Künstlerin und ihrem ganz persönlichen „Kunstwerk“. Langsam aber unbedingt lohnenswert. Und lobenswert.