Review

Moonshine Sadness

Wenn H.G. Lewis als amerikanische C-Movie-Legende und Godfather of Gore im Vorwort zu „This Stuff'll Kill Ya!“ als einzigen positiven Punkt sagen kann, dass es Spaß gemacht hat den Film zu drehen, dann muss man sich Sorgen machen… In diesem schwarzhumorigen Hillbilly-Moonshine-Krimi (?) predigt ein falscher Pfarrer im US-Hinterland etwas von freier Liebe und strengem Saufen - was zu ein paar unschönen, biblisch angelehnten Morden, Gegenwind der Dorfbewohner und Ermittlungen der Behörden führt…

Trinkst du noch oder vergewaltigst du schon?

H.G. Lewis hat einige Goreklassiker der Auto- und Bahnhofskinos gedreht, ohne die das Horrorgenre in seiner Härte, Drastik und Zeigefreudigkeit sicher wesentlich langsamer vorangekommen wäre. Für „Blood Feast“ und Co. kann man ihm also nicht laut genug danken. Aber schon seine berühmteren Titel sind strenggenommen keine allzu guten (Genre-)Filme. Hier steht Bedeutung über Qualität und Talent. Meine Meinung. Aber seine unbekannteren, eher horrorabgewandten Werke, wie eben „This Stuff'll Kill Ya!“, schießen dem Fass dann gänzlich den Boden aus, so schlecht sind sie zum Großteil. Ein paar minimale Pluspunkte wie eine Steinigung, Kreuzigungen und der finale, wirklich (im Ergebnis) top aussehende „Headshot“ helfen ein wenig und zeigen, was passiert, wenn Lewis in sein Element kommt. Außerdem ist die Hillbilly-Südstaatenstimmung stark hier und vor allem authentisch, the real deal. Doch alles andere ist Grütze, ich kann’s nicht ehrlich und heftig genug betonen. Nicht lustig, nicht schockierend, Overacting everywhere, meist gedreht vor denselben Häusern, in der immergleichen Scheune. Das hat nichts Reizendes, nichts Spannendes, nichts Interessantes. Misogyn und madig. Einfach nur filmischer Bodensatz. Ich sehe hier ehrlich gesagt null Ansatzpunkte zu erkennen, dass es sich dabei um einen wichtigen, guten Filmemacher handeln könnte. Daher also nur für absolute Lewis-Komplettisten mit wenig Schmerzempfinden mit großer Warnung „zu empfehlen“. Mir tat's in der Filmseele weh. 

Fazit: einer von H.G. Lewis' miesesten Schinken… ein hochprozentiger Hinterwäldlerrohrkrepierer zum Wegdösen und Kopfschütteln. Ziemlicher Murks. Bevor man sich den schöngesoffen hat, ist man an Alkoholvergiftung gestorben. 

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