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"Spielsachen halten nicht ewig."

Andy's Cowboy-Spielfigur Woody erleidet während dem Spielen einen Defekt am Arm. Etwas frustriert lässt Andy ihn zu Hause, während er ins Sommercamp verreist. Während Andy weg ist räumt seine Mutter auf und sucht alte Spielsachen für den Flohmarkt zusammen. Darunter auch den Pinguin Wheezy. Woody rettet Wheezy trotz seinem Defekt, wird aber selbst von einem Spielzeugsammler mitgenommen. Buzz Lightyear und weitere Spielzeugfreunde von Woody eilen ihm hinterher.
In der Unterkunft des Spielzeugsammlers wird Woody nicht nur restauriert, sondern erfährt von den Spielfiguren Jessie und Stinke-Piet auch mehr über seine Herkunft. So ist er ein wertvolles Sammlerstück, dass mit den anderen nach Japan verkauft werden soll. Woody fühlt sich zwischen seinem eigentlichen Besitzer und seinen neuen Freunden hin und her gerissen.

Vier Jahre nach dem wegweisenden Animationsfilm "Toy Story" legt Pixar eine Fortsetzung nach, die einiges Besser macht. Nicht nur die Optik hat sich sichtbar weiterentwickelt. Auch erzählerisch hat Pixar an Erfahrung hinzu gewonnen und die Charaktere haben nun eine spürbare emotionale Komponente.

Auch wenn wieder eine Rettungsmission für eines der Spielzeuge im Mittelpunkt, ist der Ausgangspunkt der neuen Geschichte recht pfiffig gewählt und mit zunehmender Laufzeit mit ein paar Überraschungen ausstaffiert. Die Erzählweise ist sehr flott. Nur selten lässt sich "Toy Story 2" Zeit um ein paar Figuren sinnvoll weiterzuentwickeln oder neue einzuführen.

Die neuen Figuren fügen sich nahtlos in die Handlung ein und sind schnell liebgewonnen. Erneut setzt Pixar auf enorm menschliche Figuren, die diesmal sogar ein sehr dichtes Beziehungsgeflecht erhalten. Dadurch entsteht nicht nur manch skurrile Situation: Auch in Sachen Gefühl und Nachvollziehbarkeit geht "Toy Story 2" einen wichtigen Schritt. Selten waren künstlich geschaffene Charaktere so greifbar und die Tragik so tiefsinnig dargestellt. Und die Moral über das Ausrangieren von Spielzeugen ist gut sowie unaufdringlich platziert.

Auch wenn der Animationsfilm spürbar mehr Anspruch gewonnen hat, kommt der Humor nicht zu kurz. Erneut sind es Slapstick und Ironie, die den Schwerpunkt ausmachen und auch ein erwachsenen Publikum mitreißen können. Neu sind in "Toy Story 2" Querverweise zu bisherigen Filmklassikern. So wird beispielsweise die "Star Wars"-Reihe häufig zitiert und persifliert. Und auch die Verwendung von Mattel's Barbiefigur ermuntert zum Schmuzeln.

Die Hintergründe und Figuren haben gegenüber dem Vorgänger viel an Details gewonnen. Gesichter sehen nun menschlicher aus, Lichteffekte greller und Hintergründe lebendiger. Besonders die Partikeleffekte bei Staub sehen unglaublich real aus.

"Toy Story 2" erweitert das Spielzeugfiguren-Universum sinnvoll und glänzt mit liebevollen Animationen und vertrauten Charakteren. Besonders das flotte erzählerische Tempo sowie die entfachten Emotionen machen den Animationsfilm außergewöhnlich unterhaltsam und anspruchsvoll. Der meist zündende Witz rundet das Erlebnis hervorragend ab.

9 / 10

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