Ein feiner Zug von den Machern um Produzent Spike Lee und Regieneuling Stefon Bristol einen Michael J. Fox für einen Gastauftritt ins Boot zu holen, der dann auch gleich mal auf „Zurück in die Zukunft“ anspielen darf. Ansonsten ist es mit dem Augenzwinkern nicht weit her, denn gesellschaftskritische Töne behaken sich mit dem eigentlichen Spaß an Zeitreisefilmen.
Brooklyn: CJ (Eden Duncan-Smith) und Sebastian (Dante Crichlow) sind zwei Tüftler an ihrer Highschool und haben soeben eine Möglichkeit gefunden, einen Tag in die Vergangenheit zu reisen, allerdings mit einem Zeitfenster von nur zehn Minuten.
Als CJs Bruder von der Polizei erschossen wird, versuchen sie, das Ereignis zu verhindern, was nicht ohne Konsequenzen bleibt…
Immerhin kommt der Stoff thematisch rasch zur Sache und offenbart gleichermaßen, dass physikalische Gesetze auf eine eher unbedarfte Zielgruppe zugeschnitten sind. Für die Zeitreise reicht ein Rucksack, mit dem man, quasi mit Tastendruck aufs überdimensionale Smartphone, Lichtgeschwindigkeit erreichen und ein Wurmloch erzeugen kann. Später wird die Energie gar durch eine Quantenplatine erhöht, was auch immer dieses goldglänzende Teil sein soll.
Regisseur Bristol nimmt sich ein wenig Zeit für die Charakterisierungen, wodurch das Gespann, sie energisch und stur, er eher zurückhaltend und ausgleichend weitgehend sympathisch rüberkommt. Früh wird allerdings auch die Rassismusproblematik angesprochen, als der Tod eines Schwarzen durch einen Polizisten für Unruhen in den Medien und auf den Straßen sorgt. Ein durchaus wichtiges Anliegen, doch zwischenzeitlich steht dies im deutlichen Kontrast mit der lockeren Erzählweise während der Zeitreisen, welche insgesamt ein wenig zu rar gesät sind.
Denn speziell diese machen ja den Reiz aus, diverse Situationen in Was-wäre-wenn-Szenarien zu erleben, Zeitlinien zu kreuzen und sich dabei vielleicht sogar selbst zu begegnen. Jenes Spektrum wird nur in Ansätzen ausgelotet und der kaum pointierte Ausklang verdeutlicht, dass hier einige Aspekte nur halbgar ausgearbeitet wurden.
Die passabel aufspielenden Jungmimen kaschieren hingegen einiges und auch die Dialoge übertreiben es nicht mit dem üblichen Slang. Der Ausstattung ist indes das eher geringe Budget anzusehen, denn die CGI fallen maximal zweckdienlich aus und auch sonst taugen die wenigen Schauplätze nicht für markante Schauwerte.
Die Mischung aus Rassismusdrama, ein wenig Coming-of-Age und Sci-Fi-Abenteuer geht insgesamt nur bedingt auf, denn einerseits hat man es mit größtenteils glaubwürdig handelnden Figuren zu tun, andererseits bremst sich die Erzählung regelmäßig aus, was unterm Strich nur zu einem mäßigen Unterhaltungswert führt.
5,5 von 10