Review
von Leimbacher-Mario
Batman: Rush
Hier stimmt doch irgendetwas nicht. Irgendwie wirkt diese Auflösung wenig homogen und durchdacht, noch weniger logisch und am allerwenigsten mit gefühltechnischem Gewicht... Das waren meine ersten Gedanken nach „Batman: Hush“. Und dabei kenne ich die Vorlage nicht bis kaum, weiß jedoch um deren optische Brillanz (Jim Lee!) und deren finale Kniffe - die in der Umsetzung von DC Animation leider ziemlich geflippt und gegen die Wand gefahren werden. Das sollte wohl die Hardcore-Fans überraschen - wirkt aber eher wie ein Fuck You. Dabei kann man mit diesem recht intimen und doch weitreichenden Abenteuer des Fledermausmannes gerade bei Unkenntnis der (zurecht extrem beliebten!) Graphic Novelle durchaus Spaß haben - doch der Film hat leider null Bleibendes. Doch eins nach dem Anderen. Story: ein neuer Gegenspieler namens „Hush“ zieht in Batmans Umfeld, sowohl bei seinen Gegnern als auch bei seinen Verbündeten, gewieft die Fäden - und versetzt Batman privat und persönlich ziemlich in Schieflage...
DC Animation-Umsetzungen sind nicht die hübschesten. Die Budgets haben sich die letzten Jahre nochmal verkleinert. Mein Interesse hält sich deutlich in Grenzen, es brilliert definitiv eher Quantität vor Qualität. So weit, so bekannt. Dennoch gab es natürlich in den letzten Jahren in deren Kollektion die ein oder andere Perle zu entdecken und der Graphic Novelle „Hush“ eilt ihr Ruf voraus, sie hätte sicher alles, was ein Toptitel braucht. Leider bringt diese Version die PS kaum auf die Straße. Der Batman-Sprecher ist keiner der besseren seiner Gilde, die Veränderungen zur Vorlage sind streitbar bis klare Griffe ins Klo, die epische Geschichte kondensiert auf 80 Minuten wirkt leider oft völlig hektisch und sprunghaft, sehr seicht und notgedrungen. Erst recht, wie man erzwungen und unnötig versucht die unendlich vielen Charaktere (von Superman bis zum Riddler) einzubauen. Da atmet jedes Comic zehnmal mehr. Von einer 12-teiligen, über ein Jahr umspannenden, legendären Serie ganz zu schweigen. Eine gewisse Sexy-, gar Kinkyness kann man nicht leugnen, das gefällt mir. Außerdem ist das große Augenmerk auf die nun endlich mal Formen annehmende Beziehung zwischen Selina Kyle und Bruce Wayne ein Highlight. Selbst wenn auch die am Ende in den Comics wesentlich cleverer (auf)gelöst wird. Hush selbst verkommt lange Zeit zum unnötigen Sidekick und Schatten im Hintergrund, da reißen einige Härten, eine düstere Grundstimmung und die vielen bekannten Gesichter nur noch partiell etwas raus. Und umso mehr man mit der Vorlage vertraut ist, desto eher wird man hier wohl den Kopf hängen lassen.
Fazit: ein gehetztes, recht oberflächliches, optisch unattraktives und am Ende (erst recht für Fans der massiv besseren Vorlage!) auch noch die falschen, emotional wesentlich flacheren Entscheidungen treffendes Batman-Abenteuer. Warum immerhin noch eine mittelmäßige Punktezahl? Weil die Action einen guten Punch hat, es ungewohnt viele sexuelle Doppeldeutigkeiten gibt und es endlich zu einer handfesten Beziehung zu Catwoman kommt. Erotischer war eine Batman-Story selten. Immerhin.