Review

Eines vorweg, ich bin kein wirklich großer Fan des Anime Genres und dem entsprechend auch eher zufällig auf diesen Film gestoßen, der mich leider in meiner Meinung über die meisten Animes unterstützt.

"Wonderful Days" ist zunächst einmal eines, ein optisches Meisterwerk. Die perfekte Kombination aus klassisch animierten und gezeichneten Figuren, die in eine am PC erstellte Computeranimierte Welt eingefügt werden. Was beim US Film Titan A.E. noch eher unharmonisch und unausgereift wirkte, ist hier eindeutig mehr als nur gut gelungen. Die Vermischung der unterschiedlichen Stile erzeugt einen wahren optischen Overkill, dem man sich nur schwerlich entziehen kann. Fast keine Szene, die man sich nicht am liebsten rahmen und an die Wand hängen möchte. Das sieht einfach bombastisch aus und kann auch ganzer Linie auch den härtesten Anime Verweigerer von der Schönheit des künstlich geschaffenen überzeugen.

Was hingegen eindeutig mehr als daneben ging ist die Story. Der Film spielt in der Zukunft, die Erde ist nahezu komplett von der Umweltverschmutzung vernichtet worden und nur in einer gigantischen Stadt auf einer Insel ist ein überleben noch möglich. Die Stadt ist dabei dringenst auf die Umweltverschmutzung angewiesen, da si nur so ihre Energie bekommt. Eine Gruppe von Rebellen versucht aber nun die Stadt "auszuschalten", um so den Himmel wieder zu befreien und ein Ende mit der Umweltverschmutzung zu machen. Das widerstrebt nun natürlich den Oberen der Stadt und wenn wir dann noch eine verkappte Dreiecksbeziehung zwischen einem Rebellen, dem Anführer der Sicherheitsleute der Stadt und einer hin und her gerissenen Polizistin dazupacken ergibt das ganze einen leidlich spannenden Ökothriller, der kaum eine Chance verstreichen lässt dem Zuschauer seine ökologisch korrekte Aussage mit dem Holzhammer einzuprügeln. Das die Moral dabei extrem aufgesetzt und überzogen daherkommt, ist umso ärgerlicher, weil es der Film gar nicht nötig hätte.

Aber auch abseits dieser Message gibt es wenig Spannung. Die meiste Zeit wird man mit eher unausgegorenen Dialogen gelangweilt, die die Story weder voranbringen noch irgendwie auflockern. So sieht man also meistens die Figuren in den grandiosen Bildern stehen, sitzen, fahren, liegen oder sonst was und reden. Action ist Mangelware und das einige Figuren extrem nerven trägt auch nicht unbedingt zu einem gehobenen Sehvergnügen bei. Mehr überzeugen kann da schon der schöne Soundtrack, der mit einigen tollen Melodien und einem schönen Titelsong aufwarten kann.

Von der technischen und optischen Seite her betrachtet ist "Wonderful Days" ein faszinierender Beitrag aus Korea zum Animegenre, aber durch eine langatmig erzählte Ökothriller Geschichte, die zu dem noch recht vorhersehbar ist, machen sich die Produzenten einiges wieder kaputt. Für Fans des Genres sicherlich Pflicht, ist der Film für den "Gelegenheist-Anime-Zuschauer" dann doch eher eine Geduldsfrage, da können auch die atemberaubenden Bilder nichts dran ändern. 5 von 10 Punkten.

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