iHaveCNit: The Climb (2020)
20.08.2020
Irgendwie interessant, dass sich ein wenig der Kreis geschlossen hat. Die ersten bewegten Bilder in Form eines Trailers zum Film „The Climb“ habe ich vor wenigen Wochen bei der Sichtung von „Auf der Couch in Tunis“ im selben Kinosaal auf dem selben Platz um die selbe Uhrzeit gesehen und mir danach gedacht - den Film setzt du dir mal auf deine Liste und hältst die Augen auf. Und so hatte ich im Kinosaal heute eine zufällige Privatvorstellung von „The Climb“, der mir überaus gut gefallen hat.
Kyle steht kurz vor der Hochzeit mit Ava. Gemeinsam mit seinem besten Freund Mike ist er gerade auf einer Fahrradtour durch Frankreich, als ihm Mike gesteht, schon über sehr lange Zeit eine Affäre mit Ava zu haben. Jahre später muss Mike einen persönlichen Verlust verkraften und es gibt eine Kette von Ereignissen, die scheinbar dafür sorgen, dass sich Geschichte wiederholt.
Der Regisseur Michael Angelo Covino, der hier gemeinsam mit seinem guten Freund Kyle Marvin den Film sowohl produziert als auch geschrieben hat, spielt sich quasi selbst und hat mit seinem guten Freund Kyle, der im Film sich auch quasi selbst spielt den perfekten Schauspielpartner gefunden. Die Chemie der beiden ist so unglaublich authentisch und macht den Film zu einem fast selbstverständlichen und bodenständigen Erlebnis. Mike ist ein unkontrollierter und selbstzerstörerischer Tollpatsch, während Kyle ein sehr gutherziger aber auch leicht zu manipulierender Mensch ist – doch beide haben ihr eigenes Päckchen zu tragen, dass beide immer wieder auseinander driften lässt aber auch immer wieder zusammenführt. Für den Film haben sich beide dann ein paar ganz besondere Ideen einfallen lassen. Zum einen wird die Freundschaft der beiden in Form von 7 Kapiteln erzählt, die allesamt Schlüsselmomente in der Beziehung der beiden darstellen. Zum anderen wird der Film in möglichst wenigen Plansequenzen inszeniert, die in ihren Variationen unfassbar toll geplant und durchgeführt worden sind, weil oft sehr viel passiert. Zum Beispiel läuft die Kamera erst bei einem Thanksgiving komplett innerhalb der Wohnung, wohingegen nach einem Zeitsprung die Kamera bei einem Weihnachtsfest zum Großteil um das Haus gleitet. Darüber hinaus gibt es die ein oder andere skurrile Gesangs- und Tanzeinlage. Die ganzen beiläufigen Referenzen durch gewählte Songs und einen Film bei einem Kinobesuch in Bezug auf die Liebe der Beiden zum französischen Kino selbst konnte ich für mich persönlich nicht entschlüsseln, da mir persönlich hier der Bezug fehlt. Insgesamt hat mir der Film mal wieder einen großartigen Kinobesuch beschert.
„The Climb“ - My First Look – 8/10 Punkte.