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Nicht wenige abendfüllende Spielfilme basieren auf erfolgreichen Kurzfilmen. So auch die Tragikomödie von Michael Angelo Covino, der gemeinsam mit Kyle Marvin die Hauptrolle spielt und das Drehbuch verfasste. Zwei Typen, die auch im wahren Leben eine Männerfreundschaft verbindet, welche hier im Fokus steht.

Mike (Covino) und Kyle (Marvin), seit der Schule eng befreundet, befinden sich auf einer Radtour in Südfrankreich, als Mike offenbart, mit Kyles Verlobter geschlafen zu haben. Mehrfach. Doch nicht Kyle entlädt seine Wut an Mike, dies erledigt ein provozierter Autofahrer, woraufhin man sich kurz darauf im Krankenhaus einfindet, wo auch die besagte Verlobte auftaucht…

Der Einstieg und somit auch der titelgebende Aufstieg per Rad ist in etwa der inhaltliche Kern des Kurzfilms und ein überaus gelungener Opener der insgesamt acht Kapitel. Doch bevor man sich den beiden Hauptfiguren im zweiten Part ein wenig annähert, gibt es einen Break, zwischen dem mehrere Monate liegen. Später liegen zwischen den einzelnen Kapiteln sogar Jahre, was sich erst innerhalb der jeweiligen Episode erschließt.

Dadurch ergibt sich kaum eine Dynamik, noch ist ein Zugang zu Mike und Kyle möglich, die aufgrund ihrer äußerst unterschiedlichen Wesensmerkmale scheinbar kaum etwas miteinander verbindet. Mike ist egoistisch und handelt oft bewusst oder in Kauf nehmend destruktiv, während Kyle der Gutmütige ist, ein wenig treudoof und teils gar selbstlos. Eine Entwicklung der Charaktere ist da kaum auszumachen.

Nur selten sorgen die wenig ausgefeilten Dialoge für Aufheiterungen und auch kurze Anwandlungen von Situationskomik erfüllen kaum ihren Zweck. Eher befremdlich wirken zudem einige musikalische Einlagen, etwa durch eine ukrainische Kapelle oder Tanzeinlagen eines Skifahrerpaares. Richtig gut und versiert ist hingegen die Kamera, die mit sehr langen Takes ohne sichtliche Schnitte arbeitet. Besonders gelungen ist eine Sequenz, die an Weihnachten stattfindet, bei der die Kamera wie ein teilnahmsloser Beobachter ums Haus herum schleicht, während aus dem Innern Gesprächsfetzen einzelner Familienmitglieder aufzuschnappen sind.

Die Bande einer Männerfreundschaft mit all ihren Höhen und Tiefen beginnt stark und lässt genauso stark nach, bevor das letzte Kapitel zumindest noch ein wenig versöhnlich stimmen kann. Der Einfluss französischer Autorenfilme, einschließlich einiger Chansons ist nicht zu übersehen, was dem Treiben ab und an eine gewisse, beinahe nostalgische Note verleit. Doch die fragmentartige Erzählweise klammert bewusst Dinge aus, die möglicherweise für einen runderen Eindruck gesorgt hätten, wodurch eine Männerfreundschaft durchleuchtet wird, die überwiegend kalt lässt.
5 von 10

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