In einer menschenleeren Unterführung in einer australischen Großstadt diskutieren die Twens Kayla (Airlie Dodds) und ihre langjährige Freundin Maddie über ihre Zukunft, doch während die eine die Wände offensiv mit Graffiti besprüht, zieht die andere ihre selbstgewählte Passivität vor. So geht man in einem gewissen Dissens auseinander, doch Minuten später sind beide junge Frauen von Unbekannten gekidnapt und kommen erst wieder, durch einen durchdringenden Warnton geweckt, in sargähnlichen schwarzen Kisten irgendwo in einem Wald im australischen Outback zu sich.
Völlig perplex den Kisten entstiegen sehen sie sich vorsichtig zwischen den kahlen Bäumen um und treffen bald auf andere junge Mädels, die ihnen verängstigt zur schnellstmöglichen Flucht raten. Der Grund dafür besteht in maskierten Männern mit Äxten oder Macheten, welche anscheinend Jagd auf die jungen Frauen machen. Einige verlassene Hütten in der ehemaligen Goldgräbermine bieten keinen sicheren Schutz, und selbst als es Kayla, die entgegen ihres Auftritts in der Eingangsszene inzwischen relativ selbstsicher agiert, gelingt, den Wald zu verlassen, muß sie einen sehr wirksamen Begrenzungszaun aus lauten Sirenen erkennen, der sie zurück in die bewaldete "Kampfzone" zwingt.
Das anfängliche Konzept des gemeinsamen Zusammenstehens der weiblichen Opfer gegen die männlichen Killer funktioniert allerdings nicht mehr, als die Mädels feststellen müssen, daß sich die Männer zum Teil auch gegenseitig bekämpfen: der perfide Plan hinter diesem "Spiel" sieht nämlich unbekannte Bündnisse vor, in denen die Maskierten jeweils ein bestimmtes Mädel beschützen müssen, während sie alle anderen verhackstücken dürfen. Doch welche der jungen Damen sich keine Sorgen machen muss, wenn einer der mit Eulen- und Schweinskopfmasken getarnten Männer die Gruppe angreift, bleibt daher bis zum Moment des Angriffs spannend und zieht auch unerwartete Reaktionen der Angegriffenen nach sich...
Und dieser letzte Satz ist dann auch das Einzige, was die ansonsten nach Schema F ablaufende Filmhandlung vorantreibt: welcher der aus dem Nichts auftauchenden namenlosen Killer, über die man selbstverständlich nie etwas erfährt, ist wohl der Schutzengel welches der Mädel? Ansonsten nämlich bietet Regisseur Tony D'Aquino Streifen nur den altbekannten Plot von redneckartigen Hackfressen aus dem Finsterwald, die die verirrte Stadtbevölkerung dezimieren, gefühlt schon tausendmal in Wrong Turn und Derivaten dargeboten.
Dabei fängt die australische Produktion The Furies durchaus vielversprechend an, benutzt nach kurzer Einführung der Hauptdarstellerin Kayla ein ebenso spartanisches wie wirkungsvolles Setting einer gottverlassenen Waldgegend irgendwo im Nirgendwo, vor dessen labyrinthartigen hellen Bäumen die weiblichen Opfer gegen gesichtslose bewaffnete Männer bestehen müssen. Die sich schon bald offenbarenden technischen Voraussetzungen dieses "Spiels" (die Mädels erinnern sich nur schemenhaft an einen Operationssaal, in dem ihnen irgendetwas implantiert wurde, die Männer haben zusätzlich Sprengladungen am Hals, die ihre Köpfe explodieren lassen) sind allerdings kaum durchdacht, reichen in die Sci-Fi-Welt von Androiden und Terminatoren und ziehen die Glaubwürdigkeit der Handlung und damit die Spannung ein wenig herunter: das Absägen des eigenen Beins oder der Hand kennt man schon, hier ist es ein anderes Körperteil, das sich selbst (oder anderen) entfernt wird, wobei The Furies grundsätzlich an splattrigen Szenen nicht geizt, diese erfreulicherweise aber nicht zum reinen Selbstzweck verkommen läßt.
Die letzten Minuten dieses mit knapp 83 Minuten knackig kurzen Horrorstreifens hätte man sich allerdings sparen können, denn die epilogartige Schlußszene, in der das final girl (ja wer mag das wohl sein?) einen vermeintlich Schuldigen bestraft bringt kaum Erkenntnisse zum Hintergrund dieses mörderischen Spiels, läßt aber ein mögliches Sequel erkennen. Dazu kam es bisher nicht, was angesichts fehlender Sympathieträger und des "einmal gesehen, kennt mans schon"-Effekts vielleicht auch besser ist. Diese klischeehafte, sich dem Zeitgeist anbiedernde Schlußsequenz bringt dann noch einmal einen Punkteabzug für den sich lange Zeit eine höhere Wertung verdienenden Outback-Horror: 5 Punkte.