Zieht ein junges Paar von der Stadt in ein abgelegenes Haus, ist dies eigentlich der klassische Startschuss für Dämonen, Poltergeister oder Formen von Besessenheit. Da der Streifen jedoch kaum als Horror zu klassifizieren ist, offenbart sich im titelgebenden Raum ein anderes Mysterium, welches entfernt an „Wishmaster“ erinnert, aber auch an einige Märchenmotive angelehnt ist.
Kate (Olga Kurylenko) und Matt (Kevin Janssens) können sich endlich ihren Traum erfüllen und in ein renovierungsbedürftiges Anwesen aufs Land ziehen. Hinter Tapeten entdeckt Matt eine schwere Metalltür, dahinter einen fensterlosen Raum. Nach einem unbedacht geäußerten Wunsch geht dieser prompt in Erfüllung. Das junge Paar hat viele Wünsche und nach zwei Fehlgeburten denkt Kate in Abwesenheit von Matt an Nachwuchs…
Nicht leicht zu beurteilen, ob Autor und Regisseur Christian Volckman dem Publikum den Spiegel vorhalten wollte, doch nachdem Kate und Matt feststellen, dass es mit den Wünschen wie am Schnürchen klappt, mutieren sie zur klischeebeladenen Dekadenz, ohne das Mysterium zu hinterfragen. Anbei recherchiert Matt über die Geschichte des Gebäudes (ein weiteres Klischee, dies nicht bereits im Vorfeld zu erledigen) und erfährt von einem Doppelmord von 1976 und dem mutmaßlichen Killer John Doe, den er sogar in der Psychiatrie ausfindig machen kann.
Doch diese Handlungselemente sind für den Verlauf völlig irrelevant, da weder Hintergrundinformationen, noch Erklärungen geliefert werden. Wie der Raum einst entstand und welchen Nutzen er vom uneingeschränkten Wünsche erfüllen zieht, wird zu keiner Zeit in den Fokus gerückt. Schließlich steckt ja nicht der Teufel dahinter, der das Erstgeborene verlangt, oder doch?
Zwar kommt es im Zuge der ethisch fragwürdigen Wünsche zu einigen moralischen Bedenken, doch die Diskussion geht zu keiner Zeit in die Tiefe. Interessant ist eher der Umstand, dass die materialisierten Dinge einer immensen Einschränkung unterliegen, was Matt eines Tages unterwegs feststellen muss. Also doch ein wenig der sozialkritische Publikumsspiegel. Obgleich Horrorelemente ziemlich im Hintergrund bleiben und Gewalteinlagen als auch Schockmomente komplett ausgeklammert werden, wird im letzten Drittel ein leichtes Verwirrspiel um Raum und Zeit in die Wege geleitet, was immerhin in einem soliden Twist mündet.
Die überschaubare Figurenkonstellation und der begrenzte Schauplatz hätten definitiv mehr Raum für psychologische Auseinandersetzungen geboten, doch das Potential wird in nur wenigen Momenten genutzt, was Kevin Janssens mehrheitlich überzeugend, Olga Kurylenko jedoch deutlich nuancierter rüberbringt. Das Tempo im finalen Akt ist okay, ansonsten geht es eher gemäßigt zu, während spannende Momente nur hin und wieder vorzufinden sind.
Unterm Strich eine gelungene Abwechslung gegenüber zahlreichen Spukhausfilmen, - die Prämisse des scheinbar konsequenzlosen Wünschens wurde allerdings nicht voll ausgeschöpft.
6 von 10