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Einmal mehr stand jemand offenbar unter dem Einfluss von Sam Raimis „Tanz der Teufel“, um mit geringem Budget ein wenig Horror im Wald abzuliefern. Neben einer Handvoll Mimen und einer zweckdienlichen Waldhütte braucht es ja auch nicht viel, doch viel ist eben nicht das, was Autor und Regisseur Josh Crook in den Sinn kam.

Irgendwo in den Wäldern Ohios werden Ergasbohrungen auf einem Indianergebiet durchgeführt, was den Dämon Moloch freisetzt. Kurz darauf müssen einige Jugendliche um Luce (Samantha Scaffidi) hier Sozialstunden beim Müllsammeln leisten…

Crook schürt in den ersten Minuten eine einladend dichte Atmosphäre, als einerseits eine Arbeiterin einen Höhlenspalt entdeckt und andererseits Luce eingeführt wird, die während einer nächtlichen Aktion von ihrem Pflegevater überrascht wird. Die Kulissen vermitteln mithilfe der versierten Kamera eine isolierte Stimmung, treffend untermalt von einem Score, der aus Hüllkurven und Soundeffekten besteht.

Als sich kurz darauf der Bus mit den potenziellen Opfern in Bewegung setzt, ist es mit der Stimmung dahin, denn die stereotypen Erscheinungen kommen kaum über den Nerd, die Social-Media-Zicke, den Gewissenhaften und den Dunkelhäutigen hinaus, wobei Letztgenannter mit leichtem Augenzwinkern vorgestellt wird.
Ansonsten ist es mit den Humoreinschüben nicht weit her. Es kommt erst gar nicht zu so etwas wie Situationskomik, während viele Dialoge eher peinlich denn erheiternd anmuten.

Das größte Manko ist jedoch die fehlende Bedrohung, die erst in den letzten Minuten ein wenig aktiv wird. Bis dahin raucht man kollektiv Gras in einer Waldhütte, jemand kann plötzlich Gedanken lesen, während ein anderer offenbar vom dämonischen Geist besessen scheint. Viele Effekte gehen damit jedoch nicht einher und auch der Dämon, verkörpert von einem gewissen SamHain in seinem Schauspieldebüt, lässt sich überraschend viel Zeit. Sollte nochmal so ein Clown mit billigem Make-up benötigt werden, könnte auch Penny Wise einspringen.

Ansonsten sind die wenigen Gewalteinlagen wie Enthauptung, Pflock im Kopp oder Pfählung so harmlos inszeniert, dass eine FSK18 maßlos übertrieben scheint, wobei der Abschlussgag zumindest noch ein wenig versöhnlich stimmt. Der kaschiert jedoch nicht die überwiegend schwachen Darstellerleistungen, den Mangel an Spannung und das Ausbleiben kreativer Einfälle. Nach einem verheißungsvollen Einstieg geht es genauso steil bergab, auch ohne Höhleneinstieg und entsprechende Anlehnungen an „The Descent“.
3 von 10

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