Salomo Arouch (William Dafoe) führt mit seiner Familie ein ruhiges Leben in Thessaloniki, Griechenland.
Salomo selbst ist Boxer und Balkan - Meister in seiner Gewichtsklasse doch leider endet das beschauliche Leben von ihm und seiner Familie als die deutsche Wehrmacht Griechenland besetzt.
Da die Arouchs Juden sind werden sie mit dem Rest der jüdischen Gemeinde zuerst in ein Ghetto gesperrt und dann 1943 in das Konzentrations - und Vernichtungslager Auschwitz in Polen deportiert.
Dort angekommen werden die Neuankömmlinge durch die SS einer Auswahl unterzogen: Während Salomo, sein Vater (Robert Loggia) und sein Bruder zunächst am Leben bleiben, wird der Rest der Familie in den Gaskammern ermordet.
Auch Salomos Verlobte Allegra (Wendy Gazelle) hat die Selektion überlebt und dient wie die restlichen Häftlinge als Arbeitssklaven für die Deutschen.
Eines Tages wird Salomo im Steinbruch des Lagers von einem der Kapos attackiert.
Doch dank seiner Boxkenntnisse schafft es Salomo seinen Gegner bewusstlos zu schlagen.
Zeuge des Ganzen wird u. a. Major Rauscher (Hartmut Becker) der Salomo ohne Strafe zurück zu den restlichen Häftlingen schickt und gleich darauf den Kapo töten lässt.
Schon kurz darauf wird Salomo zu Rauscher geholt der ihm anbietet bzw. dazu zwingt für das Lagerpersonal zur Unterhaltung zu boxen.
Um dem Rest seiner Familie Zeit zum Überleben zu verschaffen fängt Salomo an für die SS - Wachmannschaften zu boxen und wird für jeden Sieg mit einem Laib Brot belohnt.
Seine Gegner sind andere Häftlinge, die nach ihrer Niederlage ermordet werden.
Triumph of the Spirit (OT) ist in Deutschland nie auf Video erschienen und lief bis zur Veröffentlichung auf DVD einige Male im Fernsehen.
Regie führte Robert M. Young der wohl besonders durch das Psychothrillerdrama Extremities bekannt ist.
Gedreht wurde der Film direkt auf dem Gelände des ehemaligen KZ Auschwitz was sehr zur bedrückenden Atmosphäre des beiträgt.
Was Youngs Film meiner Meinung besönders verstörend betont ist die Tatsache das das SS - Personal sich in seiner Freizeit durch Salomos Boxkämpfe sowie Vorführungen von Zigeunern unterhalten lässt während die Vergasungen stattfinden und die Häftlinge jeden Tag um ihr Überleben kämpfen.
Besonders apokalyptisch ist eine Szene in der SS - Leute eine Gruppe Häftlinge an eine Grube führen wo Leichen verbrannt werden und die Männer dort ermorden.
Das Ganze ist aus der Ferne aufgenommen was die gesamte Szene nicht geringer grausam macht, da sich solche Verbrechen täglich in Auschwitz abspielten.
Auch zeigt Youngs Film die SS nicht nur als sadistische Perverse die sich an den Morden aufgeilen (obwohl es diese Art von Täter auch gab) sondern größtenteils als Menschen für die das Töten zu einer alltäglichen Handlung geworden ist.
Der Titel des Films selbst passt auch nicht wirklich zur Handlung:
Zwar überlebt Salomo am Ende doch sein Vater und sein Bruder Avram (Costas Mandylor) sind tot.
Lezterer wurde mit anderen griechischen Häftlingen ermordet als sich diese weigerten als Sonderkommando die Leichen der in den Gaskammern Getöteten zu vernichten.
Dieser Punkt des Films erzählt die Ereignisse vom 22. Juli 1944 nach als sich 435 griechische Häftlinge weigerten im Sonderkommando von Auschwitz zu arbeiten und noch am gleichen Tag ermordet wurden.
Am ehesten könnte man den Aufstand des Sonderkommandos (der im Film kurz dargestellt wird) als kurzen Triumph über die Unmenschlichkeit der Nazis (und damit als Bezug auf den Titel) deuten: Am 7. Oktober 1944 kam es zu dem Austand bei dem die Mitglieder des Sonderkommandos ihre Peiniger angriffen und es schafften eines der Krematorien mit Sprengstoff teilweise zu zerstören.
Triumph of the Spirit ist ein Film der teilweise nicht einfach anzuschauen ist und einige Szenen bleiben noch lange im Gedächtnis haften.
(10/10)
Literatur:
Rena Molho: Der Holocaust der griechischen Juden
Tullia Santin: Der Holocaust in den Zeugnissen griechischer Jüdinnen und Juden
Mark Mazower: Griechenland unter Hitler