Zum Fortbestand der 1990 begonnenen und noch bis 1994 laufenden Reihe verwendet Regisseur Alfred Cheung zusammen mit seinem Stammautor Keith Wong sowohl die Bestätigung des bisherigen Repräsentations- und Gebrauchsstils als auch den Reformprozess mit anderen Mitteln. Die Geschichte wird erst im Umkehrschluss weitergeführt, die zweite Seite der Medaille betrachtet und dann erneut noch einmal im Vorbeigang unter anderen Vorzeichen erzählt. Während im Vorgänger nur die Abenteuer der parteifesten chinesischen Polizistin Cheng Shih-nan im für sie fremden Hongkong im Mittelpunkt standen und weder ihr vorheriges und damit auch sonst übliches Leben in Augenschein genommen wurden, greift die komplette erste Hälfte des Zweiten Teiles ausdrücklich und ausführlich nur den Blick auf das bisher Ausgelassene auf; man geht nach der Verabschiedung am Grenzposten im Vorgänger praktisch über die Landeslinie mit in ihr System.
Die Weiterführung als Spiegelung, in der der Widerschein der bisherigen fish out of water Synopsis aufgehoben, mit einem diesmal kapitalistischen Besuch im kommunistischen Areal diametral widersprechend angelegt wird und Facettenreichtum als Reflexion von Ähnlichkeit und Unähnlichkeit entwickelt wird:
Der rüstige Rentner Wu Kuo-min [ Lam Kau ] möchte zusammen mit seinem bei der Mordkommission angestellten Neffen Wu Hsiung [ hüpft herum wie Hotte Buchholz, Unser Mann aus Istanbul: Waise Lee ] seine in China wohnende Mutter besuchen, muss allerdings nach der Ankunft feststellen, dass diese bereits vor zwei Jahren verstorben sei und ihm die Information nur von seinem Sohn Wu Wei-kuo vorenthalten wurde. Während Kuo-min angestachelt von seinen Freunden auf die Suche nach einem alten Armeelager geht, stolpert Wu Hsiung im "Hotel der Freundschaft" über eine Leiche und kann auch einen vom Tatort Flüchtigen erhaschen. Zusammen mit der örtlichen Security Officer Cheng Shih-nan [ monologisierend und gestikulierend: Carol Cheng ] und ihren Kollegen Hsiao-sheng [ Alfred Cheung ] und Hsu Hu [ Michael Chow ] verfolgt man die Ermittlungen erst lokal, um bei dem Aufkommen neuer Erkenntnisse und zum Aufspüren einer Waffenschmugglerbande erneut die Reise nach HK anzutreten. Unter Aufsicht von Inspector Mo [ Lam Chung ] bemüht man sich, bei dem triadenführenden Godfather [ Lui Daat ] einzuschleusen, um sich so näher an den Dealer Li Ting-kuo [ Benny Li ] anzupirschen.
Der Aufbau der abermals überraschend humoristischen, diesmal aber in anderen Belangen trotz der erneut speziellen Aufnahmebereitschaft schon merklich Federn lassenden Handlung greift in eigensetzlicher Logik auf eine nicht wirklich getreue Instruktion aus Merkspruch und Widerspruch zurück; Regisseur Cheung baut im festen Vertrauen darauf, dass das Publikum angesichts weiterhin populärem Mainstreams und eingerechnet der Stereotypen der Massenkultur die steigende Unglaubwürdigkeit ohne Murren hinnimmt oder gutheißt. Je mehr man vorgibt, sich mit wiederholtem Gebrauch von Motivik und narrativer Verankerung als direkter Anschluss verstehen zu wollen, desto unterschiedlicher werden die Aussagen, was entgegen oder obgleich aller sich verbreitenden negativen Einflüsse eine ermüdende Gleichförmigkeit vermeidet. Die Vermehrung der Variationsbreite durch Inhomogenität und argumentative Überlagerung betrifft vor allem die Charakterzeichnung der eisernen Jungfrau Shih-nan, die ihre Unschuld nach eigenen Aussagen zugunsten des Vaterlandes bewahren will und dies seither auch bei Herzklopfen unter Beweis gestellt hat, sich aber nun gerade von dem eh vergebenen und zudem noch als sprücheklopfender Frauenschwarm auftretenden Hsiung vereinnahmen lässt. Eine eventuelle Beständigkeit der ehedem in Aussicht gestellten Option auf Romantik und Mehr unter nun komplett falsch erscheinenden Voraussetzungen. Sowieso hat sich Einiges getan, radikaler als noch zuvor wird die rotgardistische Titelpartie Shih-nan fern von feministischen oder humanistischen Zügen zu einer Karikatur politischer Zumutungen erklärt, die bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit die Uniform spazieren trägt, die Worte des Vorsitzenden Mao in Versen rezitieren und Propagandalieder anstimmen ausbricht und so stetig die ideologische Waffe zückend die Möglichkeit wenigstens neutraler Sinnstiftung der Urfassung in Frage stellt. [Diese Anflüge von Paranoia sollen im Dritten Teil gar noch bis zum Unerträglichen verstärkt werden.]
Auch die gängigen Klischees von Liebes- und Lebensführung werden deutlicher despektierlich zum Problem gebracht und weg von sarkastischer, aber dennoch nuancierter Kommentierung dem Spott der Grausamkeit und Lustspiel des Absurden unterworfen; wobei übersehen wird, dass übertriebene Üppigkeit nicht automatisch mit mehr Nachdruck einhergeht. Stadtmensch Hsiung findet in Shih-nans Heim, dass auch noch einen ganzen Tagesmarsch von der Arbeitsstelle entfernt ist, natürlich weder Strom noch fließend warmes Wasser, dafür aber eine vor Lust ausgehungerte Frau vor, die sich des Nachts vor Sehnsucht nach Berührung an den arglos Schlafenden heranmacht und dessen im Somnambulismus geäußerten Wunsch nach Freundin Nancy [ Jacqueline Ng ] ausnutzt.
Ist dies bei aller in das Abgeschmackte fallenden Amourösität nur für ein paar primitive oder vielleicht auch mitleidige Schenkelklopfer wert, verliert man gleichzeitig die Faszination für den schwierigen Part der marxistisch-leninistischen Shih-nan, deren Verkörperung durch Carol Cheng nicht nur dadurch, sondern aufgrund einer wieder anstrengenden Verkrampfung enorm an Sympathie einbüßt. Aus den leichten Ninotschka - Bezügen und der ehemals speziellen Ikonographie entwächst nur die Verhöhnung eines Bauerntrampels, eines technikfeindlichen Landeis. Cheng, die auch in anderen Komödien wie The Top Bet oder Queen of Gamble immer nur mehr durch Vorstellungskomplexe wie aufdringlich lamentierendes Getue, Gehabe und Getümmel auffiel und eher gärende Krisis als Schlagfertigkeit oder Spaß an der Sache verbreitete, fehlt es hier eindeutig an der zwischenmenschlichen Bezugsintensität; was abermals mit unheimlich hölzerner Clownerie überspielt wird. [Die damalig zweite Hauptperson Tony Leung Ka-fai in seiner Rolle als Wu Wei-kuo wird nur noch namentlich erwähnt, so als schwebender Geist behandelt und seine Abwesenheit mit einem Aufenthalt in den UK erklärt.]
Gelockerter und auf entspannte Weise mit Überzeugungskraft ausgestattet sind dann schon die scharfzüngigen Sprachspielereien, heiteren Wortgefechte und vor allem die Blicke und Gesten ihrer beiden sidekicks, die in aller ahnungslosen Schnippigkeit das Geschehen auch gerne mal allein auf sich gestellt als Komödie qualifizieren. Zum Polizei- oder gar Actionfilm wird man wiederum erst spät und dann auch nur als Demonstrationsobjekt für zwei kurze, aber äußerst militante Schießereien jeweils im Parkhaus und Stundenhotel.