Superhelden sind seit geraumer Zeit wieder die Publikumsmagneten schlechthin. Es wird ein Kassenrekord nach dem anderen geknackt und Inszenierungen werden stets ein wenig aufwändiger. Für alternde Helden in Strumpfhosen und Gummischuhen scheint da kaum Platz zu sein, wie Regisseur Steve Barron mit seiner Persiflage zu bebildern versucht.
Dunmanor in Irland ist ein Seniorenheim speziell für Superhelden von einst. Eines Tages wähnt Ray (Tom Berenger), dass einem Mitbewohner die Superkräfte entzogen werden und wittert eine große Verschwörung, die ihm zunächst niemand abnehmen will. Doch dann wird der Verdacht konkreter und vier Superhelden müssen sich zu einer letzten Glanztat aufraffen…
Barron konnte einige bekannte Gesichter für seine Komödie gewinnen, welche in den 80ern noch verhältnismäßig jung waren und tatsächlich einige Helden verkörperten. So gehen die meisten Mimen mit einem entsprechenden Augenzwinkern an ihre Figuren heran, was der Sache einen sympathischen Schwung beschert. So viele Kraftausdrücke hätte es da gar nicht gebraucht.
So lebt das Geschehen auch mehr vom Zusammenspiel der teils skurrilen Erscheinungen, denn von der Geschichte, die beinahe ein wenig kindgerecht anmutet und rein gar keine Überraschungen parat hält. Allein, dass ein ehemaliger Schurke und entsprechender Widersacher im selben Heim landet, feuert ab und an die Dynamik an, dazu gibt es vermeintliche Wettläufe im Park und immer mal wieder kleine Demonstrationen der jeweiligen Kräfte. Ray konnte als Maximum Justice locker mit telepatischen Kräften hantieren, Pendle (Louis Gossett Jr.) alias Total Thunder vermag sich blitzschnell von A nach B zu bewegen (sofern er es mal schafft, sich schleppend aus dem Sessel zu erheben) und Madera (Fionnula Flanagan) kann sogar die Kräfte der Götter um sich herum bündeln (zu welchem Zweck auch immer).
Auf der anderen Seite schwingt der Chose eine leicht melancholische Note mit, denn über allem schwebt die Erkenntnis übers Altern, den letzten Lebensabschnitt, den schwindenden Kräften, was sich nicht nur auf Superhelden bezieht. Sie sind wie unsichtbar, sagt Ray einmal verbittert, - sie werden nicht mehr gesehen, weder von ihrer Familie, noch von der Gesellschaft. Umso wichtiger ist es, sich ein letztes Mal aufzubäumen, obgleich dies folgerichtig mit nachvollziehbaren Problemen behaftet ist, wie das etwas zu glatt gebügelte Finale untermauert.
Dank der gut aufgelegten Riege kann manche Schwachstelle des Drehbuchs kaschiert werden, welches einige Male ins leicht Infantile abdriftet. Berenger hat sichtlich Freude an seiner motzigen Figur und hat einige tolle Momente mit Beau Bridges, der als sein ewiger Assistent etwas weniger auffällig performt. Gossett neigt indes zum durchaus angemessenen Overacting und auch Flanagan als ältere Lady in der Runde schießt einige Male deutlich übers Ziel hinaus.
Die wenigen CGI werden hingegen eher zurückhaltend eingesetzt und erfüllen locker ihren Zweck, gleiches gilt für den soliden Score.
Die thematische Mixtur aus „Die Unglaublichen“ und „Red - Älter, härter, besser“ kommt insgesamt charmant rüber, bringt ab und an gelungene Situationskomik ein, um anderweitig auf unnötige Weise unter die Gürtellinie zu wandern. Die eigentliche Geschichte birgt wenig Spannung, wodurch das Potenzial der einladenden Prämisse ein wenig verloren geht, doch für anspruchslose Berieselung reicht es durchaus.
6 von 10