Review

“Body Puzzle” sollte der erstmal letzte “Erwachsenenfilm” von Lamberto Bava (“Dämonen”) sein, der mit “Body Puzzle” in seines Vaters (Mario Bava - u.a. “Im Blutrausch des Satans”) Spuren wandelt und einen recht passablen “Giallo” drehte. Das einzige was wirklich aufstößt ist, das man die Identität des Mörders von Anfang an kennt, sich auch in Ansätzen schnell zusammen reimen kann worum es geht: der Liebhaber des Mannes einer Witwe ist seit dem Tod des Freundes schizophren; lebt in zwei Menschen. Nach seiner Entlassung terrorisiert er psychisch die Frau, indem er ihr abgetrennte Körperteile seiner Opfer schickt; Organe behält er ein - diese kommen nämlich von seinem Freund, einem Organspender - und dieser soll wieder zusammengebaut werden. So scheint es zumindest...

Das ist ja immer das sonst schöne am Giallo, das man mehrere Verdächtige während des Films präsentiert bekommt, es mehrere Storytwists gibt und so was. Leider hat der Film nur einen Twist, der aber kommt sehr überraschend und gibt dem Film noch mal einen notwendigen Schub. Denn stellenweise zieht sich der Film ein wenig, gerade da man nicht auf Mörder-Suche ist langweilt die typische Polizeiarbeit ein wenig. Das heißt noch lange nicht das der Film nicht spannend ist. Da der Mörder im, wenn auch entfernten, Bekanntenkreis ist, hat er u.a. Schlüssel und wenn dann durch die Villa geschlichen wird um das nächste Körperteil wo zu hinterlegen, dann kommt dank sehr guter Kameraarbeit Stimmung auf. Die suggestive Musikuntermalung tut da ihr bestes; auch die stellenweise recht harschen Morde werden durch Einsatz peitschender musikalischer Untermalung unterstützt und verfehlen ihre Wirkung nicht. Lamberto Bava setzt, obwohl die Thematik weitaus blutrünstiger ist, weniger auf “Splattereffekte”; das meiste - abtrennen der Glieder und entnehmen der Organe - passiert im Off, die wenigen Morde sind aber schon direkt und schön gefilmt.

Optisch hervor tut sich die Kameraeinstellung als eine abgehackte Hand in eine Toilette fällt (der einzige “wirkliche” Splattereffekt) - aber auch die Sequenz als die Empfängerin von Bindegewebe, Lehrerin in einer Blindenschule, vor ihrer blinden Schulklasse abgestochen wird. Zusammen mit den wie gesagt spannenden Momenten in denen der Mörder in den Häusern schleicht ganz stimmig gemacht. Aber auch die Darsteller sollten nicht unerwähnt bleiben, Joanna Pacula als terrorisierte Witwe macht ihre Sache wie der Kommissar ganz gut; wirkliche Dramaturgie kommt aber nur bedingt auf. Auch ist Bava kein Argento, raffiniert ist dieser Giallo nicht - trotz einiger netter Bilder und Morde aber sehenswert, einige Schnitzer in der Story, die ich aufgrund vorwegnehmen des Twists nicht verraten möchte, fallen nicht weiter ins Gewicht.

Giallo-Freunde können dennoch einen Blick riskieren, guter Durchschnitt ist “Body Puzzle” allemal.

Details
Ähnliche Filme