Tom Berenger spielt einen ehemaligen CIA-Killer, der gebeten wird, noch einmal eine Mission auszuführen und einen serbischen General im Balkan auszuschalten. Ihm wird ein junger Scharfschütze zur Seite gestellt, der eine Freiheitsstrafe verbüßen musste, doch vor Ort muss Berenger feststellen, dass der Geheimdienst ein doppeltes Spiel mit ihm gespielt hat.
Bei den meisten billig produzierten Action-Filmen, die eindeutig an das Action-Kino der 80er anknüpfen und ein Einspielergebnis erzielen, das wenigstens im Entferntesten als Erfolg gewertet werden kann, ist eine Fortsetzung schon abzusehen, auch wenn die Macher neun Jahre warteten, bis sie Tom Berenger wieder als Scharfschützen auf ein Staatsoberhaupt losließen. Der Film wurde mit geringem Budget in Ungarn gedreht und reiht sich in allen Belangen in die Liste belangloser B-Actioner mit ein und ist darüber hinaus schlechter als das Original.
Wer den ersten Teil gesehen hat, dürfte auch beim zweiten nicht sonderlich viel in Bezug auf die Story erwartet haben, doch selbst dann werden die Erwartungen noch untertroffen. Die Handlung ist absolut stereotyp, die Charakterkonstruktion unglaublich flach und bis auf eine einzige gelungene Wendung im Mittelteil, gibt es im Prinzip überhaupt keine Überraschungen. Selbst verglichen mit anderen Filmen des Genres ist der Film überaus handlungsarm.
Bereits vor "Sniper 2" inszenierte Regisseur Craig R. Baxely lediglich B-Movies, wie beispielsweise die beiden Stephen King-Verfilmungen "Das Haus der Verdammnis" und "Der Sturm des Jahrhunderts" und auch bei "Sniper 2" ist seine Inszenierung angesichts des geringen Budgets solide, aber nicht atemberaubend. Die Action-Szenen sind solide, stellenweise etwas brutal, teilweise ein bisschen trashig, können über die gesamte Laufzeit des Films jedoch unterhalten und verhindern, dass "Sniper 2" zum Totalausfall abkippt. Während die Kulisse des Urwalds im ersten Film noch sehenswert war, ist sie diesmal völlig unspektakulär und da auch die Filmmusik kaum auffällt und keine Atmosphäre aufbauen kann, gibt es handwerklich einiges zu bemängeln. Immerhin hält Baxely das Tempo hoch genug, sodass er keine längeren Leerläufe erzeugt.
Tom Berenger ist in der Rolle des Scharfschützen ruhig, todernst und stellenweise leicht zynisch, wie man ihn schon aus dem ersten Film kennt. Dabei leistet er durchaus gute Arbeit, aber so allmählich ist die Rolle, die Berenger schon in anderen Filmen so oder so ähnlich spielte, aufgebraucht und auch nichts neues mehr. Mit "Sniper 3" konnte Berenger später lediglich eine DVD-Premiere feiern. Bokeem Woodbine spielt die Rolle des jüngeren Scharfschützen solide, aber eher unauffällig.
Fazit:
Durch die gute Leistung von Tom Berenger, die soliden Action-Szenen und das hohe Erzähltempo kann "Sniper 2" halbwegs unterhalten, mehr ist bei der stupiden und vorhersehbaren Story aber definitiv nicht drin, zumal er sich nicht einmal ansatzweise von anderen B-Action-Filmen unterscheidet. Nur für Fans des Genres erträglich.
49%