„Sniper 2“ ist eine ordentliche, aber auch recht späte Fortsetzung des B-Actionfilms mit Tom Berenger.
Scharfschütze Thomas Beckett (Tom Berenger) hat inzwischen frustriert bei der Armee aufgehört und verdient seine Mäuse als Jagdhelfer, doch auch hier ist er nicht glücklich. Da er aber immer noch einer der besten Schützen im Lande ist, heuert ihn die Armee für eine neue Mission an. Erfreulicherweise vernachlässigt „Sniper 2“ die Tatsache nicht, dass zwischen den beiden Teilen fast 10 Jahre liegen und so muss Beckett auch keine unglaubwürdigen Altersleistungen bringen; seine Treffsicherheit muss im Alter ja nicht zwingend nachlassen.
Als Partner stellt man ihm den jungen Cole (Bokeem Woodbine) zur Seite, der wegen Tötung eines FBI-Agenten in der Todeszelle sitzt. Doch auch dieser hat Erfahrung als Scharfschütze und soll als Beobachter Beckett unterstützen. Die beiden sollen in Serbien einen gefährlichen General erschießen. Flugs schwingt man sich in den Hubschrauber und trifft sich mit dem Widerstand, der die beiden mit allem versorgt. Hierbei schlägt „Sniper 2“ zunächst ein ruhiges Tempo an und lässt die beiden in Ruhe das Attentat vorbereiten.
Der Mord klappt auch wie geplant, aber die beiden werden entdeckt und von Soldaten verfolgt. Auf der dramatischen Flucht wird Cole von den Häschern geschnappt und ins Kittchen gesteckt. Beckett beschließt seinen Kumpanen mit den Widerstandskämpfern zu befreien, merkt aber bald, dass mehr hinter der Sache steckt...
Auch wenn „Sniper 2“ ein billig im Ostblock produzierter Actionstreifen ist, so besitzt er doch seine Qualitäten. Die Locations passen zu dem Schauplatz der Geschichte (im Gegensatz zu „The Foreigner“ z.B.) und die Inszenierung durch Actionroutinier Craig R. Baxley weiß zu gefallen. Die Charaktere besitzen zwar wenig Tiefgang, sind aber nicht allzu klischeehaft. Außerdem merkt man dem Film das schmale Budget nicht allzu sehr an.
Kritikpunkte an „Sniper 2“ sind an sich die gleichen wie schon bei Teil eins: Zwischen den Actionszenen wird einfach zu viel über richtig und falsch der Sniper-Attentate geredet, hier in Form eines kritischen Schriftstellers. Dies bremst den Film vor allem im zweiten Drittel aus, während das erste Drittel noch als ruhige Einführung in den Film passt. Erst im letzten Drittel kommt ordentlich Tempo auf und man lässt öfter die Waffen sprechen.
Die Actionszenen kommen vor allem gegen Ende, vorher sind immer wieder kleine Parts eingestreut. Im Gegensatz zu Teil eins gibt es kaum Massengefechte, in Teil 2 kann vor allem das Waldgefecht überzeugen. Gegen Ende kann „Sniper 2“ aber mit einem famosen Scharfschützenduell punkten, das ziemlich dramatisch und spannend daherkommt. Die restlichen Actionszenen sind gut inszeniert, halbwegs spektakulär und für eine FSK 16 Freigabe ab und zu recht hart. Allerdings ist Teil eins klar derber.
Tom Berenger spielt seine Rolle routiniert und kann auch im Alter als Actionheld überzeugen. Bokeem Woodbine legt auch eine ordentliche Leistung aufs Parkett und an den Nebendarstellern gibt es an sich auch nichts zu meckern. Nur die Bösewichte sind arg gesichtslos und könnten mehr Charakter vertragen.
Alles in allem ein unterhaltsamer B-Actionfilm, der leider ein paar größere Längen hat, die dem Film teilweise das Tempo nehmen.