Ich bitte meine wenigen treuen Lesern höflichst um Entschuldigung, dass ich jetzt ausnahmsweise eine Besprechung über einen Film mit einem solchen Titel veröffentliche.
Ich verspreche dafür, dass ich nichts über DIE GOLDENE BANANE VON BAD PORNO oder GRAF PORNO BLÄST ZUM ZAPFENSTREICH schreiben werde. Hm, zumindest in den nächsten Tagen nicht...
Der Film mit dem Originaltitel BRAND OF SHAME wurde 1968 von Byron Mabe gedreht, er hat ihn auch produziert. Mabe benutze – wie fast immer – das Pseudonym B. Ron Elliot. Für das Drehbuch war David F. Friedman (Siegfried und das sagenhafte Liebesleben der Nibelungen) mitverantwortlich.
Wenn ich hier in der OFDb etwas über einen Western schreibe, dann handelt es sich dabei kaum um keinen typischen Genrebeitrag. Und auch dieser Film ist nicht mit dem Klassiker DJANGO von Sergio Corbucci vergleichbar...
DJANGO NUDO UND DIE LÜSTERNEN MÄDCHEN VON PORNO HILL bietet jedoch leider nicht den hohen Sleaze- oder Gore-Gehalt meiner Genrefavoriten.
Zum Filminhalt: Rachel, von Beruf Lehrerin, hat von ihrem Vater etwas ungewöhnliches geerbt. Es handelt sich dabei um die Koordinaten einer Goldmine, die auf einer Karte eingezeichnet sind. Sie fährt an den unbekannten Ort, der ihr möglichst bald viel Reichtum bescheren soll.
Es ist keine Überraschung, dass sich auch noch andere Leute dafür interessieren. Und einige von ihnen sind so skrupellos, dass sie nicht einmal vor Freiheitsberaubung und Folter zurückschrecken, um an Informationen über die angenblichen Goldreserven zu gelangen...
Ende der 60er-Jahre wurden in Amerika diverse Sex-Western veröffentlicht. Dieses Machwerk ist mit den meisten anderen, zum Beispiel THE RAMRODDER aus dem Jahre 1969, vergleichbar. Wobei mir BRAND OF SHAME immerhin ein wenig besser gefallen hat, als das öde Filmchen von Ed Forsyth und Van Guylder.
In der ursprünglichen Originalfassung dieses Films war eine erstaunlich lange (und für die damalige Zeit) explizite Auspeitschung zu sehen. In der Videoausgabe von "Something Weird" ist diese Filmsequenz jedoch nicht komplett enthalten.
DJANGO NUDO UND DIE LÜSTERNEN MÄDCHEN VON PORNO HILL gehört zu den zahlreichen solcher Filmchen, die mit Sicherheit nie in der Originalversion auf DVD veröffentlicht werden. Wenn ein solcher Film – mit oder ohne Cuts – von der MPAA ein R-Rating erhielt, wurde er von manchen Kinobetreibern trotzdem noch eigenmächtig gekürzt. (Andere Filme wurden nie geprüft und ein "R" wurde einfach auf das Filmplakat geklebt...)
Oft waren zeitgleich in einigen kleinen Kinos verschiedenste Versionen einer Produktion zu sehen. Und nicht selten lag das Original-Filmmaterial nach einigen Wochen irgendwo auf einer Müllhalde.
Erwähnen sollte ich noch, dass die deutsche Fassung angeblich eine unglaublich trashige und amüsante Synchronisation bietet. In der US-Version sind die Dialoge zwar ebenfalls oft doof – aber kaum einmal wirklich lustig... Ach ja: Vermutlich hat Erwin C. Dietrich die deutsche Fassung auch mit einigen zusätzlichen Aufnahmen ergänzt.
BRAND OF SHAME bietet insgesamt nur einige wenige sehenswerte Szenen. Aber DJANGO NUDO UND DIE LÜSTERNEN MÄDCHEN VON PORNO HILL hat mich immerhin etwas besser unterhalten, als mich SAW V würde. Bestimmt.
4,5 Punkte