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Fiese Clowns sind aus der Welt des Horrors kaum mehr wegzudenken. Zudem bieten die Erscheinungen für Darsteller ein relativ breites Spektrum zwischen Reglosigkeit und Overacting. Nicht zuletzt sind Clownsgesichter verhältnismäßig simpel zu gestalten, was im Zuge geringen Budgets jemanden wie Autor und Regisseur Joseph Kelly in die Karten spielt.

Vier Damen um die heiratswillige Brooke verschlägt es ins einsam gelegene Clown Motel, fast zur gleichen Zeit stranden hier drei Typen auf der Jagd nach paranormalen Begebenheiten. Aufgrund der verwaisten Rezeption feiert die Gruppe in einem Hotelzimmer gemeinsam, doch am nächsten Morgen finden man die Fahrzeuge sabotiert vor…

Der Slasher wurde im weitesten Sinne am Originalschauplatz gedreht, denn in Tonapah, Nevada steht eben jenes Motel, von dem man nicht weiß, ob es seine Besucher erfreuen oder erschaudern lassen soll. Das macht sich besonders im Bereich der Rezeption bemerkbar, wo schier unzählige Miniaturen auf Neuankömmlinge starren. Auch ein kleiner, angrenzender Friedhof sorgt in Ansätzen für eine gediegene Geisterstimmung.

Leider scheitert das Unterfangen primär am einfallslosen Drehbuch, welches sich im Vorfeld zuviel Zeit mit den lahmen Figuren herumschlägt, die viele unnütze Dialoge absondern und im Kollektiv unsympathisch rüberkommen. Sobald die Bedrohung Konturen annimmt, bevorzugen die potenziellen Opfer oft irrationale Verhaltensweisen, die sich erst im finalen Akt etwas relativieren.

Obgleich einige Leute das Zeitliche segnen, bleiben die Gewalteinlagen überschaubar, zumal manche Taten im Off stattfinden und lediglich das Ergebnis präsentieren. Ein heraushängender Augapfel, ein Scheibenwischer im Mund und zwei eingeschlagene Schädel bieten kaum Explizites und wenn falsche Arme herausgerissen werden, während unterm T-Shirt verdächtige Beulen zu sehen sind, ist es mit der Qualität der Effekte nicht weit her.

Ansonsten werden zwei, drei Flashbacks aufgrund von Tagebucheintragungen aus den Siebzigern bemüht, Nacktszenen gibt es keine und obgleich eine Goldmine mehrfach erwähnt wird, spielt diese für den Fortgang keine gewichtige Rolle. Das humorlose Treiben lässt zu wenig Spannung aufkommen, selbst der Showdown erfährt kaum eine dramaturgische Steigerung.

Die allenfalls mittelmäßig agierenden Mimen, das höchstens zweckdienliche Make-up und die teils üble Songauswahl komplettieren den Eindruck eines Billigheimers, bei dem die Clowns zwar einige stimmungsvolle Szenen bestimmen, doch der Großteil der 95 Minuten langweilt aufgrund einfallsloser Abläufe mit schwachem Timing.
3,5 von 10

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