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Wenn Menschen schrittweise dem Wahnsinn anheim fallen und eine außerirdische Macht mitmischt, hat oftmals H.P. Lovecraft seine Finger im Spiel. Die bereits mehrfach verfilmte Kurzgeschichte von 1927 erhielt von Regisseur Richard Stanley eine Frischzellenkur, in der Nicholas Cage eine ordentliche Handvoll Szenen zum Austoben erhält.

Im recht ländlich gelegenen Teil New Englands bezogen die Gardners mit ihren drei Kindern eine alte Farm, auf der sich Familienvater Nathan (Cage) vorwiegend der Pflege seiner Alpakas und dem Gemüseanbau hingibt. Als eines Nachts eine Art Meteorit im Garten landet, beginnt sich das Umfeld der Familie zu ändern, merkwürdige Pflanzen wachsen, Tiere benehmen sich fragwürdig und auch einzelne Familienmitglieder offenbaren sonderbare Verhaltensweisen…

Wie man Geschichten von Lovecraft angemessen umsetzt, untermauerte die Hörspielreihe „Gruselkabinett“ bereits einige Male. Hier setzt man indes auf Licht - und Farbspiele, die zuweilen ins Psychedelische abdriften, was nicht immer zum modernen Setting passt. In der Anfangsszene wirkt eine moderne Hexe mit Pferd im Ritualkreis, die sich kurz darauf als Tochter Lavinia (Madeleine Arthur) entpuppt, ebenso wie ein kleiner Fremdkörper.
Ein weiteres Manko ist die unausgegorene Funktion des Ich-Erzählers in Form des Landvermessers Ward (Elliot Knight), der anfangs mit ruhigen Worten einen Kontext formt, jedoch phasenweise völlig untertaucht und insgesamt zu wenig beisteuert.

Dennoch weiß Stanley das ungreifbare Grauen in angemessen düstere Szenarien zu tauchen, etwa, als der Jüngste regungslos im Garten sitzt und sich angeblich pfeifend mit dem Freund aus dem Brunnen unterhält. Blumen, Gottesanbeterin und Blitzspiele in Magenta sorgen innerhalb der Abgeschiedenheit für eine leichte Endzeitstimmung, nur das Desinteresse am Meteoritenkrater fällt, abgesehen vom einmaligen Besuch dreier Leute, komplett unglaubwürdig aus.

Die für das geringe Budget eingebrachten CGI überzeugen ebenso wie Maske und Make-up, von denen man sich im Kontext von etwas Body Horror im letzten Drittel überzeugen kann. Ansonsten gibt es neben abgetrennten Fingerkuppen nicht allzu viel Gekröse, wogegen einige Mutationen durchaus gelungen in Szene gesetzt sind. Auch darstellerisch ist nicht viel zu bemängeln, zumal es neben angenehm zurückhaltenden Momenten auch regelmäßige Cageploitation gibt. Der Score fällt hingegen rein gar nicht auf.

Vielleicht hätte es der Umsetzung besser getan, sie eher zeitlos zu halten, anstatt auf gestörte Mobilfunknetze und hängendes Internet zu setzen. Denn die optische als auch darstellerische Komponente sind auf der Habenseite zu verbuchen, während ungeklärte Phänomene in einzelnen Momenten atmosphärische Spitzen setzen. Die etwas zu grell ausgefallenen Töne passen hingegen nicht so recht zu Lovecraft, schlecht ist die Verfilmung unterm Strich jedoch nicht.
6 von 10

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