Ein Virus grassiert, ein Ort steht unter Quarantäne und die Beschaffung eines Gegenmittels wird zum Wettlauf gegen die Zeit, - eine solche Parallelprämisse mag einem dieser Tage nicht sonderlich entgegenkommen, doch sie untermauert am Ende, dass ein eiserner Zusammenhalt einiges bewirken kann.
1925: Im entlegenen Dorf Nome in Alaska ist bei einigen Kindern Diphtherie ausgebrochen. Arzt Dr. Welch (Treat Williams) benötigt dringend ein rettendes Serum, welches eigentlich mit der letzten Lieferung hätte kommen sollen. Nach Absprache mit dem Gouverneur (Bruce Davison) entscheidet man, Musher und ihre Schlittenhunde für die Distanz von fast 700 Meilen in Etappen einzusetzen. Einer von ihnen ist Seppala (Brian Presley), der um das Leben seiner Tochter (Emma Presley) bangt…
Brian Presley spielt die Hauptrolle, war als Autor tätig und führt hier erstmals Regie, womit er sich merklich übernahm. Darstellerisch ist an keiner Stelle etwas anzukreiden und die Entscheidung, die eigene Tochter als Filmtochter einzubinden, verstärkt den Eindruck einer glaubhaften Vater-Tochter-Beziehung. Doch der Schwerpunkt der Geschichte liegt weniger im Kampf gegen die Natur, sprich den Strapazen, bei Minus 40 Grad durchs Eis zu brettern, sondern eher bei den beteiligten Instanzen wie dem Krankenhaus oder den Leuten rund um den Gouverneur, während die Medien per Radio übermitteln.
Die Dringlichkeit des Unterfangens wird dadurch zu selten spürbar, das Risiko, der Wagemut der Musher wird kaum in angemessene Bilder verpackt. Zudem sind nächtliche Fahrten bei Schneesturm teils recht unübersichtlich inszeniert, - da hätte man mit einigen Kontrasten nachbearbeiten müssen. Als einmal die breite Front einer Schneedecke einreißt, kommt zumindest so etwas wie Spannung auf, doch auch hier gerät das Treiben relativ diffus.
Ein weiteres Manko ist die oberflächliche Einbeziehung des Inuit-Glaubens. Allein der Off-Erzähler, der irgendwann kurz seinen Stamm erwähnt, erhält rein gar keine Zuordnung, noch einen Namen. Als Todesbote wird eine mystische Kreatur erwähnt, die eine Mischung aus Bär und Wolf sein soll, was in keiner Weise erklärt, warum irgendwann ein Bär erschossen wird, der allerdings in keiner Relation zum Mischwesen steht. Da passt so einiges nicht zusammen.
Was hingegen recht gut zur Geltung kommt, ist das kollektive Handeln in der prekären Situation, was der zuweilen etwas zu pathetisch klingende Score in nahezu einer Tour untermalt. Das verleiht dem Geschehen eine nicht zu verachtende positive Aura, was primär einer jüngeren Zielgruppe entgegenkommen dürfte.
Die auf wahren Begebenheiten beruhende Geschichte wurde nahezu zeitgleich durch „Togo“ mit Willem Dafoe realisiert, welcher deutlich mitreißender und spannender ist. Presley setzt hier falsche Schwerpunkte, inszeniert viele Szenen im Schnee unübersichtlich und verlässt sich zu sehr auf die positive Message seines Werkes, welche es immerhin noch in Richtung Mittelmaß katapultiert. Als reiner Abenteuerfilm überzeugt er indes nicht.
Knapp
5 von 10