Review

Kybergenetischer Cyber-Raumschiff-Zombie-Thriller im "Jedi Knight"-Look mit B-Charme, anzusiedeln irgendwo zwischen Boll und Anderson, zudem nerdlastig, erinnert zeitweise auch an zahlreiche Scifi-Abenteuer wie "X-Men", "Total Recall", "Starship Troopers" oder "Halo" , nur halt etwas billiger und im Großen und Ganzen auch belangloser, "Sphere - Die Macht aus dem All" oder "Event Horizon" als niedrig budgiertes Zombie-Inferno, mit stellenweise noch verhältnismäßig ordentlich drein schauenenden CGI-Weltraum- und Raumschiff-Kulissen. Unreal Engine lässt grüßen.


Was Verhoeven noch als sozial- oder gesellschaftskritische Actionreißer mit Seitenhieben auf das moderne Establishment inszenierte und damit Satire auf eine neue Stufe stellte, verkommt hier allmählich zu einem stumpfsinnigen Geballer-Gemetzel, ohne ernsthaften Hintergrund, nicht ohne entsprechenden Popcorn-Charakter, die schlussendlich dann in totaler Schwachsinnigkeit und Belanglosigkeit mündet, nichtssagend wie einst schon "Ghosts of Mars" oder "Alone in the Dark".


Während Scott und Lucas für ihre Weltraumabenteuer noch tief in die Trickkiste griffen und mit damals noch begrenzt technischen Mitteln absolut einmalige Abenteuer im interstellaren Raum schufen, und dafür teilweise sogar den Oscar abräumten, sucht man hier vergeblich nach Innovation oder bahnbrechenden Effekten. Der Schwerpunkt liegt ganz klar auf Action. Wenig verwunderlich wenn man sich die Videospiel-Vorlage anschaut. Die "Predator"-Kung Fu-Zombies sind an Schwachsinnigkeit kaum noch zu überbieten.


Die Akteure, genau wie das gesamte Knowhow, wirken durch und durch durchschnittlich, der Spannungs- und Unterhaltungsfaktor hält sich gerade zu Beginn in Grenzen. Das Tempo erhöht sich mit der Zeit deutlich, der Spaßfaktor wird durch das sinnlose Treiben an vielen Stellen gemindert.


Sobald die Ballermänner ausgepackt sind, kracht es zwischenzeitlich schon ganz ordentlich, Cameron's "Aliens - Die Rückkehr" oder der Netflix-Serienauftakt zu "Resident Evil" lassen grüßen. Als Videospiel Verfilmung noch einigermaßen erträglich, kommt der Shooter-Charme längst vergangener Tage ("Quake", "Half Life", "A.v.P") zunächst noch ganz schön rüber, die Parallelen zur titelgebenden Reihe "Doom" werden mit fortschreitender Laufzeit überdeutlich.


Das nukleare Endzeit-Szenario erinnert schließlich auch an einige Fortsetzungen der "Starship Troopers" oder neuere Verschnitte aus dem Hause "Alien". Der dritte Teil der sagenumwobenen "Doom"-Videospiel-Reihe wurde damals fast zeitgleich zu "Far Cry" und "Half Life 2" released, von Fans und Kritikern gleichermaßen sehnsüchtig erwartet und sollte in Sachen Grafik und Gameplay neue Maßstäbe setzen. Gleichermaßen blieb das Game hinter den Erwartungen zurück. 


Ähnlich verhält es sich mit "Anhhilation", nur das die Erwartungshaltung der Fans hier im Vorfeld eine völlig andere gewesen sein dürfte. Der Ansatz war gut, in Sachen Atmosphäre, auch Splatter, Gore und Action bleibt der Zombie-Shooter jedoch weit hinter seinem Kaliber zurück und erleidet damit ein ähnliches Schicksal wie damals schon "Mortal Kombat" oder "Resident Evil". "Silent Hill" war erstaunlich gut, "Doom" und "Resident Evil" setzten eher keine neuen Akzente ...


Wer auf Ego Shooter steht ist mit "Hotel Inferno 1 + 2" ganz klar besser bedient ...

Details
Ähnliche Filme