Review
von Leimbacher-Mario
Höllenhunde aus Herrenhausen
Frech aber nicht komplett unpassend als „Downtown Abbey“ meets „Evil Dead“ in schwarz-weiß beworben, konfrontiert „Here Comes Hell“ eine 30er-Jahre-Dinnergesellschaft in einem umnebelten Herrenhaus mit Kräften und Dämonen aus der Hölle… zumindest in der zweiten Hälfte des Films. Aber auch dieser Stilwechsel ungefähr zum Bergfest könnte man ja als Tradition im Genre sehen. Dennoch war es anstrengend auf die „Auszahlung“ und gewünschten „Güter“ zu warten. Aber lohnt sich die Geduld immerhin? Kann „Here Comes Hell“ in seiner zweiten Halbzeit genug Boden gut und vielleicht durchaus Spaß machen?
Jein. Mit leichten Tendenzen zu „Ja!“. Erst recht wenn man sein minimales Budget einbezieht. Das sieht schon verdammt authentisch und chic aus, das ist im Gesamtpaket enorm sympathisch, befriedigt jeden Fan klassischer Grusler sowie augenzwinkernder Schlachtplatten. Die Kombi ist ungewöhnlich, die Laufzeit flott, die Darsteller finden die richtige Mischung, seine 22.000 £ sieht man ihm nie auch nur ansatzweise an. Die Vorbilder sind klar. Der Regisseur sicher Fan wie wir. Die zweiten 40 Minuten liefern ab, bieten ein paar top Bildkompositionen. Richtigen Mehrwert hat das nicht, man kennt die Kernmuster in und auswendig, die Anlaufzeit ist deutlich zu umfangreich, erst recht wenn dann eh nur Klischeefiguren vorgestellt werden. Und im Endeffekt gibt’s bei Filmen keine echten Gewichtsklasse, es muss wild verglichen werden im kompletten Feld und die Wertungen müssen zumindest einigermaßen im Verhältnis stehen. Und da fehlen „Here Comes Hell“ einfach noch die entscheidenden Meter, Ideen und Pfund. Erst recht um in der Sammlung zu landen und öfters geguckt zu werden.
Fazit: Satire? Schauer? Spalter? Spuk? Sparfuchs? Schock? Splatter? Von allem ein wenig und doch nichts wirklich. „Here Comes Hell“ ist atmosphärisch und oft gelungen unterschwellig augenzwinkernd. Doch gerade wenn’s dann endlich los geht, ist’s auch schon vorbei… Insgesamt nahe an einem Blender. Gute Ansätze, aber nicht genug Möglichkeiten scheinbar.