Godzilla
Hiroshima und Nagasaki. Zwei Begriffe, die sich tief in das Bewusstsein Japans eingebrannt haben. Sprichwörtlich. Ein Thema, dass nach dem 2. Weltkrieg für fast ein Jahrzehnt als Tabu galt. In den 50er Jahren führten US-Atombombentests im Pazifik zu vielen Katastrophen, die Besatzung des Fischerbootes Fukuryu Maru wurde verstrahlt. Das Thema war plötzlich wieder auf der Tagesordnung, wurde in Japan eifrig diskutiert. Auch vor der Filmebranche machte es nicht halt. Es war Ishiro Honda, Lehrling Akira Kurosawas, welcher die Idee des Filmstudios Toho in die Tat umsetzen sollte, einen Monsterfilm zu drehen. Honda war ambitioniert. Zu ambitioniert für die eher konservative Toho-Elite. Dennoch gelang es ihm, fast alle seine Ideen in „Gojira" (Eine Wortschöpfung aus Gorilla und Wal sowie eine Anspielung auf einen übergewichtigen Marketingmitarbeiter bei Toho) durchzusetzen. So mutierte der Film zur bis dato teuersten japanischen Produktion aller Zeiten.
Vor der japanischen Insel Odo verschwinden zahlreiche Fischerboote, kurz darauf wird ein Dorf auf der Insel angegriffen und vernichtet. Die hinterlassenen Fußspuren deuten auf eine große, wohl prähistorische Kreatur hin. Gleichzeitig ist das Gelände aber gleichsam verstrahlt. Von den Wissenschaftlern wird daher eine besorgniserregende Theorie aufgestellt. Ein Dinosaurier läuft frei herum. Und als ob das nicht schon schlimm genug wäre, ist dieser wohl auch noch verstrahlt und zu abnormaler Größe herangewachsen. Das Tier, das fortan Godzilla genannt wird, macht sich in der Zwischenzeit auf, um sein „legendäres" Werk zu verrichten...
Godzilla geht in Japan an Land und stampft ohne Umschweife auf die Hauptstadt zu. Das Militär kann dem Monstrum nicht beikommen. So passiert, was passieren muss. Godzilla zerstört die Millionenmetropole. Tausende Menschen verlieren ihr Leben. Jetzt kann nur noch die teuflische Erfindung Dr. Serizawas dem Monster Einhalt gebieten...
Honda inszenierte sein Meisterwerk mit einer klaren Absage an Atomwaffen. Der Film wirkt dabei nicht bloß wie eine Verarbeitung des Hiroshima-Traumas. Er soll genau das sein. Godzilla ist die monströse Verkörperung des menschlichen Strebens nach Atomwaffen und Macht. Die zahlreichen Szenen, welche das geschundene Tokio und seine leidende Bevölkerung zeigen, suchen ihres gleichen und wirken noch heute, mehr als 50 Jahre später, beeindruckend und erschreckend zugleich.
10/10 G's