Review

“Outland - Planet der Verdammten“ ist ein sehr an Ridley Scott´s “Alien” orientierter Film von Peter Hyams („Timecop“, „Sudden Death“).

In ferner Zukunft: Marshall William T. O’Niel (Sean Connery) wird auf den Jupiterplaneten versetzt, der einer Arbeitskolonie gleicht. Auf diesem Planeten wird von einem mächtigen Konzern Titan erzeugt, der von Mienenarbeitern gewonnen wird.
Als sich unter den Arbeitern Todesfälle bzw. Selbstmorde häufen, geht Marshall O’Niel der Sache auf den Grund, wodurch er sich viele Feinde schafft. Bei seinen Nachforschungen kommt er hinter das Geheimnis, dass den Arbeitern Drogen verabreicht werden, die zwar eine Arbeitssteigerung und Produktivität hervorrufen aber diese verherrende Nebenwirkungen mit sich bringen. Ganz auf sich gestellt nimmt er im Alleingang den Kampf gegen die mächtigen Führungsbosse auf, der schon bald auch tödlich für ihn enden könnte.

Die Story ist sehr einfach gestrickt, aber dafür ziemlich atmosphärisch und spannend inszeniert. Nur nicht sonderlich komplex, da man schon zu früh erfährt, was den Tod der Arbeiter hervorruft. Hätte man die Auflösung erst gegen Ende und nicht in der Mitte des Films offen gelegt, hätte der Film seine Spannung durchgehend bei behalten. So ist Marshall O’Niel der klare Außenseiter, den keiner leiden kann und bei seinen Aufklärungsarbeiten auf wenig Gegenhilfe stößt. Auch seine eigenen Leuten innerhalb der Weltraumpolizei scheinen in die Sache verwickelt zu sein, lassen sich schmieren und schweigen wie ein Grab.
Nur in der Ärztin Dr. Marian Lazarus (Frances Sternhagen) scheint O’Niel so was wie eine Verbündete gefunden zu haben.
Denn nach anfänglichen Sticheleien scheinen beide zu bemerken, das sie auf der gleichen Wellenlänge sind und Sympathie für den anderen empfinden.
Somit stehen die Machenschaften des Konzerns im Vordergrund und den dazu gehörigen Verantwortlichen. Denn die interessiert nur die Profitgier und alles andere scheint überflüssig oder nebensächlich zu sein.
Auch wer zu den Fieslingen gehört, wird schnell deutlich. Das Manager Sheppard (Peter Boyle) ein etwas übler Zeitgenosse ist, wird schon bei der nächsten Versammlung klar. Schließlich macht er Marshall O’Niel hier deutlich, das falls er mal ein Problem haben sollte, sein Büro aufsuchen könnte, aber zugleich nicht alles ernst nehmen muss und bei einigen Dingen ruhigen Gewissens wegschauen kann.
Allerdings ist Marshall O’Niel ein aufrichtiger Gesetzesbürger für den Moral und Anstand noch etwas bedeuten im Gegensatz zu den meisten anderen. Auf der anderen Seite hat er familiäre Probleme, weil seine Frau und sein Sohn das ständige Umherziehen von einem Planeten zum anderen satt haben und die künstliche Luft die sie einatmen sie langsam anwiedert. Zudem war sein Sohn noch nie auf der Erde, und würde gerne Freunde finden und ein normales Leben führen.

Die Actionszenen sind eher begrenzt und bestehen hier aus Verfolgungsjagden durch die Korridore, ehe erst im Finale etwas die Post abgeht. Denn ganz alleine liefert sich Marshall O’Niel Auseinadersetzungen mit Killern, die mit ihren umgebauten Pumpguns ihm nach dem Leben trachten. Die sind stimmig gedreht und meist im Dunkeln gehalten. Leider sind sie nicht von allzu großer Länge und meist schnell geklärt.
Die Kulissen sind schön futuristisch gehalten und sorgen so für das nötige Feeling, den so ein Film braucht.
Sean Connery liefert als Marshall O’Niel klar die beste Leistung ab, während Frances Sternhagen als Ärztin und Verbündete sich mit ihm toll ergänzt.
Peter Boyle gibt den profitgierigen Gesellschaftsmanager Sheppard überzeugend dar.

Guter Sci-Fi-Thriller der seinen Schwerpunkt eher auf die Thrillerebene verlegt. Die Kulissen, Bauten und Außenaufnahmen der Zukunftsvision sind stimmig inszeniert und sorgen für viel Flair. Leider hat der Film in der Mitte einen kleinen Hänger, wo es nur darum geht den Countdown der nächsten Shuttle Maschine inkl. mit den an Bord befindlichen Killern herunterzuspielen, wodurch dann der Showdown eingeleitet wird.
Wie schon erwähnt, ist das Ganze spannend und sehr unterhaltsam.
Allerdings bin ich der Meinung das man mit der Auflösung der Selbstmorde unter den Arbeitern noch bis zum Ende hätte warten können, wodurch das Geschehen noch etwas an Spannung zugenommen hätte.
Nichts desto trotz ist „Outland - Planet der Verdammten“ ein gelungener und atmosphärisch unterhaltsamer Thriller mit ein paar netten Ideen und guten Sci-Fi-Elementen, dessen Potential aber noch einiges mehr zu bieten gehabt hätte und somit nicht vollends ausgeschöpft wurde.

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