Anti-Aurafarming
Dass Lamberto Bava „Midnight Killer“ aka „You'll Die At Midnight“ in seiner absoluten Blüte nur kurz nach den beiden „Demoni“ gedreht hat, kann man bei dieser giallo'esken Blässe samt Desinteresse kaum glauben… Erzählt wird von einem Killer, der in einer urigen Stadt die Frauen reihenweise kaltstellt - und alle Opfer befinden sich im Umfeld eines labilen Polizisten…
Der Rührmaschinenkiller
Wie gesagt, da hatte ich von Bava in seiner „Dämonen“-Phase deutlich mehr erwartet. Vielleicht war „Midnight Killer“ nur eine Fingerübung, eine Auftragsarbeit, ein Übergangsprojekt. Und ich will gar nicht sagen, dass dieser Giallo gar keine feinen Momente hat. Das nebelige Finale, manch ein Synthieriff und der garstige (wenn auch kaum explizite) „Haushaltsgerätekill“ haben definitiv ihre Klasse. Aber insgesamt ist das doch eine sehr graue Maus von einem Giallo. Die Auflösung spürt man nach gefühlt 10 Minuten, wenn der wahre Killer das erste Mal plump und vertrauensunwürdig in die Kamera starrt. Die Morde an sich sind öfters nicht der Rede wert als erinnerungswürdig. Und keine der klischeehaften Figuren hat wirklich bei mir gezogen. Es wirkt wie ein Puzzle besserer Vorbilder. Und es greift leider nicht jedes Teilchen ins nächste. Das italienische Städtchen ist noch ganz nett anzusehen und pittoresk. Aber im Grunde glaube ich, dass selbst eifrigere Giallogroupies „Midnight Killer“ schnell vergessen werden…
Fazit: Das fühlt sich nicht an wie Lamberto Bava auf seinem Zenit… Ein super generischer, berechenbarer und austauschbarer Giallo… Zu vernachlässigen. Wenn auch nie echt schlecht. Trotzdem enttäuschend und nichtssagend.